Die fantastischen Abenteuer der Chaosqueen of fucking everything oder Was fühlst Du wirklich?

Ihr könnt mich mal…hören!

„Wenn man eine Geschichte erzählen will, reicht es nicht, schreiben zu können,
man muss auch mutig genug sein, es zu tun.“
Raquel aus „Trough my window“

Ich habe euch schon so viele Geschichten erzählt. Das heißt dann wohl, ich bin mutig.
Mut ist allerdings ein recht kleines Wort für so ein riesiges Ding.
Mut kommt nicht einfach so. Man muss ihn finden.
In dem man sich selbst erkennt. Mit knallharter Ehrlichkeit.
Und dann muss man die gefundenen Dämonen bekämpfen.
Das ist sehr schmerzhaft. Manchmal möchte man sich unter der Decke verstecken.
Dem Monster unterm Bett viel Glück wünschen:
„Bleib halt und lass mich in Ruhe!“
Aber so einfach ist es leider nicht.

Ich war nie die Ruhige. Immer musste es Action geben. Sonst wurde es mir zu langweilig.
Ich lebe in Momentaufnahmen, obwohl ich eher der Für – Immer- Typ bin.
Manchmal stelle ich mir vor, ich lese ein Buch. Über mich.
Wäre das ein Bestseller? Wahrscheinlich nicht. Eher so ein langweiliges Buch für Sozialkunde.
Ich will aber kein Sozialkundebuch sein. Ich will den Abenteuer- Roman leben!
Deshalb fahre ich so oft wie möglich los, meine Abenteuer zu suchen.
Sie sind dort draußen in der großen, weiten Welt und warten auf mich.
Bevor es losgeht, erzähle ich euch noch schnell eine gefühlsdußelige Geschichte. Über Selbstfindung. Loslassen. Abschied. Neuanfang.
Habt ihr Lust? Auf gehts…


Was mir so passiert ist, auf meinem Streifzügen durchs Leben, würde wohl einige Bücher füllen:

Ich habe Udo Lindenberg getroffen.
Meine beste Freundin losgelassen.
Für neue Menschen mein Herz geöffnet. Und wieder verschlossen.
Zweimal den Job gewechselt.
Mich mit Menschen verbunden gefühlt. Mich wieder von ihnen gelöst.
Ich habe verletzt. Ich wurde verletzt.
Ich habe meine Dämonen bekämpft.
Und den Zöpfchenzwerg in die Freiheit entlassen.
Bin in einer tiefen Traurigkeit versunken.
Und wieder aufgetaucht.
Das ist jetzt nichts Besonderes. So vom Mond aus betrachtet.
Doch für mich waren das fünf Jahre der knallharten Selbstzerlegung.
Anstrengend. Aber hilfreich. Für das, was jetzt noch kommt.
Winnies fantastische Abenteuer
Aber erst gilt es noch etwas herauszufinden . Die wichtigste Frage im Leben.
WAS FÜHLST DU?
♥♥♥♥♥♥♥♥
Ich lese gerade ein Buch über PINK. Über ihr Leben. Ihren Weg. Ihre Karriere.
Ich bewundere Pink. Ihre freche Art, die Dinge beim Namen zu nennen. Ihre unerschrockenen Ehrlichkeit.
Meine Lieblingsepisode handelt von der Entstehung des Albums M!sunderstood:

„…Linda Perry, EX 4 Non Blondes – Sängerin gab Pink den Ratschlag, sich zu öffnen.
Perry erklärte damals: „Zu Beginn unserer Zusammenarbeit fragte ich sie: Was fühlst Du?“
Und Pink setzte sich ans Klavier und sang.“


2019 erging es mir ähnlich. Die Frage „Was fühlst Du?“ konnte ich lange nicht beantworten.
Nicht, weil ich nichts fühlte, sondern weil ich nicht gern über Gefühle rede.
Also schrieb ich es auf. Und so entstand dieser Blog.
Mittlerweile ist es ein Ritual:
Wenn ich eine Geschichte erzählen möchte, setze ich mich hin,
schließe die Augen und höre in mich hinein:
Was fühle ich?

Dann lege ich los:
Computer an. Textfarbe weiß.
Dann schreiben, schreiben, schreiben.
Ohne zu sehen, was ich schreibe.
(Schreibübungen von Frau Pauli / Instagram Schreibruar)
Dabei kommen die tollsten Dinge aus mir heraus.
Manchmal traurig. Manchmal lustig.
Und manchmal überrasche ich mich selbst.
Wie bei diesem Gedicht:
*
Abschied (2020)

Er naht. Du gehst.
Habe ich Angst? Verlier ich den Mut?
Nein, ich fühle Trauer. Und eiskalte Wut.
Bitterkeit, Schuld wollen mich ins Chaos stürzen.
Gibt es einen Weg diesen Schmerz zu verkürzen?
Du gehst.
Diese Ignoranz in deinem Gesicht. Steht dir irgendwie nicht.
Du hast keinen Blick mehr, keine Erklärung für mich?
Das verstehe ich nicht.
Die Enttäuschung darüber will nicht weichen,
Einsamkeit versucht sich in mein Herz zu schleichen.

Was bleibt?
Mit Demut die Hilfsbereitschaft falscher Freunde zu ertragen,
falsche Dankbarkeit, kein Jammern – kein Klagen.
Jeder neue Anfang ist schwer
doch der rote Faden ist gefunden
Ich will so sehr
bereit sein für Color & Shine
Kopfüber stürze ich mich
in mein neues Leben hinein.
Endlich frei sein
*

Ich kann also nicht ohne andere Menschen, fühle mich aber frei, wenn sie weg sind?
Komisch kompliziert.

♥♥♥♥♥♥♥♥
„Du musst geduldig sein!“
„Was sollen wir tun? Hoffen, dass der Garten ihn gesund zaubert? „…
…“Ich will mich im Garten verstecken und glücklich sein!“
„Aber du kannst nicht auf ewig im Garten eingesperrt bleiben! Man muss sein Leben leben!“…
Dickon, Colin und Mary “ Der geheime Garten“ (Buch)

Manchmal frage ich mich, wann wir so verzweifelt erwachsen geworden sind?
Seit wann wir nicht mehr glauben können.
An geheime Gärten, die uns gesund machen. An magische Dinge, die zur rechten Zeit am rechten Ort auftauchen.
An Zeichen, die nur für uns bestimmt sind. An magische Rituale. An Wunder.
Seit wann ist eine Reise aus der Realität ein Anzeichen von psychischer Abgeschlagenheit?
Und nicht mehr einfach nur eine kreative, blühende Fantasie?
Was fühle ich?
Auch wenn wir gezeichnet sind durch denselben Schmerzen, getröstet werden von denselben Ritualen
und uns miteinander verbunden fühlen, sind wir doch unterschiedliche Menschlinge.
Irgendwann weichen unsere Wege voneinander ab.
Das ist der Punkt, an dem jeder für sich selbst entscheidet, wohin die Reise führt.
Bei mir war es Silvester 2021.
Ich stand mit einem Päckchen – Briefe, Fotos –
am Lagerfeuer und zögerte.
Dann ließ ich los. Die Zettel Die Gedanken. Unsere Verbundenheit.
All das, was mich so glücklich und gleichzeig so traurig gemacht hat,
ging in Flammen auf. Ich war frei.
Kein Wettkampf mehr um die Gunst eines anderen Menschlings.
Bei diesem Kampf habe ich die vergangenen beiden Jahre alles gegeben, was ich hatte.
Vertrauen. Verständnis. Empathie. Zeit.
Es hat wohl einfach nicht ausgereicht. Ich habe verloren.
So what!
Jetzt zählt nur noch der Glaube an meine eigene innere Stärke.
An meine Träume. So!

„Vergessen die Menschen, wie man träumt, wenn sie erwachsen sind?“
Alice Littleton *Die Magie der Träume* (Film)

Ich hatte als Kind solch eine Sehnsucht, erwachsen zu sein,
und gleichzeitig hatte ich riesige Angst davor, alt zu werden.
Jetzt, als erwachsene, nicht alte Frau, verstehe ich Sehnsucht und Angst.
Ich staune über meine kindliche Weitsicht beim Sorgen machen..
Ich habe mir meine Zöpfchenzwergsehnsucht erfüllt:
Ich bin ein erwachsener Menschling geworden.
Mit bunter Mütze, verschieden farbigen Schuhen und blauen Haaren.
Erwachsen – aber nicht alt. Genau so habe ich mir das vorgestellt.
Ich setze mich immer noch auf jede Schaukel und fliege so hoch ich kann.
Ich springe auf dem Minitrampolinnetz hin und her. Ich rolle Hügel hinunter.
Auf meinen Latschiergängen befreie ich mich von all den erwachsenen Ängsten und Sorgen.
Ich springe in Pfützen, wenn mir danach ist.
Ich summe. Pfeife falsch. Tanze. Singe vor mich hin.
Mitten am Tag. Mitten auf der Straße.
Allabendlich durchquere ich das dämmrige Leipzig, im vollsten Vertrauen,
genau dort anzukommen, wo ich hin will.
Ich glaube tatsächlich an plötzlich richtungsändernde Treppen und Straßen.
An die Magie des *NichtaufGehwegritzentretens*
Ich habe einen Schutzengel. Er ist nicht paranoid.
Ich bin eine Gedankensammlerin. Ich suche Geschichten.
An Laternenpfählen und Dachrinnenrohren.
Überall.
Und dann erzähle ich sie. Auf Facebook. Instagram.
Und hier. Jedem, der sie hören und lesen will.
Für all diejenigen, die auch glauben.
Träumen.
Für all jene, die erwachsen sind, aber nicht alt.


Was fühle ich?

*
Keiner sieht die Kriege
die ich innerlich führ
und verlier
wieder zeige ich mein Innen
lass mich verletzen
kann niemals gewinnen
und doch…
lächele ich
für Dich

*
Fazit:
2020 – Aus meinem Seldcarediary:
„Auch wenn ich denke, ich tue das Richtige, heißt es noch lange nicht, dass es so ist.
Ich interpretiere meine Erfahrungen in das Verhalten anderer. Ich denke, was sie denken.
Dabei kann ich das gar nicht wissen. Statt nachzufragen, bleibe ich still.
Weil ich Angst davor habe, recht zu haben.
Das kostete mich so viel Energie. Zieht mich hinunter.
„Nichts, was andere tun, ist wegen Dir!
Es ist wegen ihnen selbst!“

Miguel Ruiz

2021 – Gewaltfreie Kommunikation mit mir selbst und The Work
Ich las und las. Probierte aus. Fiel auf die Nase. Heulte ein bisschen. Stand wieder auf.
Selbstemphatie ist verdammt schwer. Aber man kann das üben. Alleine.
Ich wanderte also durch die Gegend und zerbröselte meine Gefühle und Gedanken.
Immer und immer wieder.
Wenn ich es gewohnt bin, Ereignisse gegen mich zu interpretieren, dann finden Ereignisse in meiner Wahrnehmung immer wieder statt…
Wenn ich das aber nicht in das *Schubfach‘ schwierig einsortiere, ist es einfach nur der Lauf der Dinge.
es ist einfach, wie es ist.
Undramatisch. Unproblematisch.“

Ina Rudolph
Plötzlich ist alles einfach. Ich kann über Gefühle reden. Erkenne, wann es Sinn macht zu kämpfen.
Oder wann ich einfach loslassen sollte.
Um die Gunst von Menschen zu kämpfen,
die Dich gar nicht in ihrem Leben haben wollen,
ist unnötiger Ballast.
Deshalb erst mal ganz hinter, in die letzte Reihe. Und irgendwann raus aus meinem Leben.
Ich behalte die Erinnerungen an wunderbare Zeiten.
Der Weg ist frei. Für neue Abenteuer!

2022 – Ich bin wieder da. Fröhlich. Begrüße jeden Tag tanzend.
Das ist keine Metapher – das tue ich wirklich!
Ich habe mich verändert. Alles ist leichter.
Ich nehme das Leben, wie es kommt. Wie die Wege auf meinen Latschiergängen. Schließlich führen die auch immer zum Ziel.
Manchmal spüre ich noch eins der kleinen JaAberMonster in mir. Dann bleibe ich stehen und frage mich:

Was fühle ich?
Glück. Selbstliebe. Mich selbst.
Emphatie. Mitgefühl. Lebensfreude.
Ich bin wieder da!

Und wenn alles nicht hilft, google ich
Blobfisch
(Ein Tipp aus dem Film Jeanny – Das fünfte Mädchen)
Probiert das mal – das hilft immer.

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