Das mach ich doch mit links oder warum die Kaffeetasse durch die Küche tanzt

Das mach ich doch mit links.
Dankeschön für die vielen, lieben Besserungswünsche.
Sie haben funktioniert. Ich habe mich gebessert 🤪

Es ist schon wieder Wochenende.
Sonnenschein strahlt mich an Auf meiner Sonnenwegterrasse.
Morgens um 7. Es ist arschkalt.
Letzte Woche war nicht einfach. Mein Motto:
Das mach ich doch mit links
Zwangsläufig.
Weil meine rechte Hand ausgeknockt war.
Mittelfingerburnout.

Das mach ich doch mit links.
Nachdem morgens die Tasse
natürlich voll – aus der rechten Hand flutschte und
durch die Küche tanzte.

Das mach ich doch mit links
Nachdem ich nach jeder Mahlzeit das Shirt wechselte.
Weil die vollen Besteckteiile in der rechten Hand nicht auf geraden Weg zum Schluckloch führten.

Das mach ich doch mit links
hat mich zum verzweifeln gebracht
Weil Sport mit ohne rechter Hand einfach gar nicht geht.
Außer Tischtennis.
Linkshändig Tischtennis spielen kann ich seit dem ersten Lockdown.
Habe ich aus Jux ausprobiert. Weil es so langweilig und der LieblingsIngo ständig fürs System unterwegs war.

Das mach ich doch mit links –
ist ziemlich schnell dahin gesagt.
Aber es geht. Langsam. Mit etwas Übung.
Es ist anstrengend. Lustig. Und macht Spaß.
Ich will das können. Dinge mit links und rechts gleich gut 🙃
Ich schreibe es auf. Mit links.

Auf meine Daswillichmachenbevorich66 bin– Liste.

Die Liste habe ich mit 10 begonnen. Da hieß sie Wenn ich einmal groß bin und es kamen alle Dinge drauf,
die ich mal ausprobieren wollte. Fliegen zum Beispiel. Oder in einem Hotel schlafen.

Mittlerweile sind viele Sachen erledigt.
Neue hinzu gekommen.
Und manche Dinge mache ich immer und immer wieder 🤩
Weil sie Spaß machen.

Wie alles begann – oder die Geschichte des Mittelfingerburnouts

Tausend Mal probiert – tausend Mal is nix passiert
Kennt ihr bestimmt.
Fahrrad fahre ich nur sicher.
Also mit Helm, Handschuhen und so‘ n Zeug. Zum Glück 🍀

Samstagabend. Dämmerung
Schmaler Weg.
Rechts Brückengeländer, links Straße.
Kurz abgelenkt – Lenker in Brückengeländer – panische Reaktion meinerseits und zack 💥
da lag ich wie ein Maikäfer. Mitten auf der Straße. Ellenbogen und Knie aufgeschüft.
Wisst ihr, ich bin ja so ein LiegenbleibundLachanfallbekomm- Hinfaller.
Da lieg ich nun auf der Straße herum, versuche, mich einzusammeln und dann muss ich lachen. Laut. Kann nix dagegen machen.
Weil mein Sturzflug bestimmt lustig aussah.
Findet außer mir allerdings keiner. Nur besorgte Gesichter.
Hey, es war nicht so schlimm. Aufstehen, Helm richten und weiter fahren. Alles gut.
Aber irgendetwas ist komisch. Meine Bremse klebt. Iiiiiihhhh, Blut 😱 An der Hand. Es tropft und tropft.
Ich hinterlasse eine dramatische Blutspur bis zur Haustür. Wie im Horrorfilm.

Verarztet sieht es dann glücklicherweise doch ganz unspektakulär aus.
Ich gehe beruhigt schlafen.
Morgens ist meine Hand irgendwie unhandlich und puckert. Das Anziehen erinnert an Slapstick und Zähneputzen mit links endet in einer ziemlig schmierigen Gesichtsbehandlung.
Mist. Ich beschließe, es doch besser untersuchen zu lassen und bitte das Freyerlein um eine Freifahrt in die Notaufnahme.

Im Wartebereich bin ich allein. Schaue Patientenfernsehen in Endlosschleife. Lerne informative Sachen.
Haut zum Beispiel (das uns umhüllende Zeug), wiegt 7 bis 10 Kilogramm. Interessant!
Abzüglich Haut und Knochen habe ich also Normalgewicht.
Wie coooool 😂
Irgendwann wird es langweilig.
Meine Hand tut weh. Höllisch. Allein fühle ich mich auch. Ein paar Salztröpfchen wollen kullern. Nö, große Mädchen weinen nicht.
Endlich. Kurze Untersuchung. Nach Tetanusimpfung und ein paar Bildchen bin ich durch.
Diagnose: Nix gebrochen.
Therapie: 14 Tage Mittelfingerzeigverbot rechts.
Glück gehabt.

Dankeschön für deine tolle Arbeit, lieber Schutzengel Hans
❤️
Haste prima gemacht!


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