Coronablues meets Novemberdepris – oder wie wir zum ersten Mal unseren Urlaub zu Hause verbrachten

Coronablues meets Novemberdepris – oder wie wir zum ersten Mal unseren Urlaub zu Hause verbrachten

11. November 2020 3 Von Winnie

Tagäh… irgendwann im November.
Homeholidays.
Lockdown Light.
2. geheimer touristischer Tagesausflug.

Geplant war eine Fahrt an die Ostsee, nach Prora.
Weil auch Homeholidays ohne Tagesausflüge
irgendwie irgendwann
kirre machen und wir da noch nie waren.
Und schon immer mal hin wollten.
So ein Ostseestrand im November ist ja lang und leer,
da geht das schon mal, so ein heimlich touristisch angehauchter Tagestrip. Dachte ich.
So mit MNS und Abstand kann in der frischen Ostseebrise
ja wohl nix passieren!
Die Landesregierung von Meckpomm sieht das anders.
Und lässt pauschal einfach mal keinen rein.
Shit!
In den Westen wollte der LieblingsIngo nicht.
Weil mir spontan nur Niendorf und Timmendorfer Strand eingefallen sind. Da ist es ihm zu udobelastet.
Hat der LieblingsIngo zwar so jetzt nicht gesagt,
aber ich habe es auch ohne Worte verstanden.
Okay, vielleicht hat er auch wirklich gemeint, dass ihm
1000 Kilometer an einem Tag zu viel sind.
Trotzdem ist ein Novemberurlaub ohne Meer doof.
Nützt aber nix, ohne Übernachtung kein Meer!

Deshalb Plan ähh… D oder E.
Die *Queen of fucking everything*
– also ich –
war auch noch nie auf dem Brocken.
Los geht’s. Dann eben in die andere Richtung.
Bei strahlendem Sonnenschein und in guter Stimmung 😁.

10 Uhr Ankunft Bahnhof Schierke. Nebel.
Ich müsste dringendst mal ein stilles Örtchen aufsuchen.
Aber:
Toiletten geschlossen.
Da steh ich nun im Nebel mit meinem KloEuro.
Mist!

Leute, warum sind denn die Klos überall zu?
Auch während Corona haben wir Menschen doch Bedürfnisse.
Und Vorschriften. Apelle.
Was ist denn mit den  AHA-Regeln?!
Ihr erinnert euch?
Während der Coronavirus-Pandemie eingeführte bzw. empfohlene Kombination der Vorsorge-Maßnahmen:

Abstand halten! Mindestens 1,5 Meter Abstand zu Mitmenschen halten
Hygiene-Maßnahmen! Waschen und Desinfizieren der Hände
Alltagsmaske tragen! Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung

Wo soll ich mir die Pfötchen denn nun wie empfohlen wässern?
In ’ner Schlammpfütze?!
Meine strahlende Stimmung vernebelt sich.
Und müssen muss ich immer noch.
Arschkalt ist es auch.
Den Fahrplan der HSB kann ich ohne Lesebrille nicht erkennen.

Dafür die Preise. Boarr, ich will doch keine Bahnanteile kaufen 🙄
Auf Brocken habe ich jetzt echt keine Lust mehr!
Die vernebelte, strahlende Stimmung brockelt!


Schnell zurück ins warme Auto, auf den beheizten Sitz und ab nach unten. Da! Stop! Ein Parkplatz. Mit Toiletten. Die sind…
…natürlich geschlossen. Langsam wird es echt ungemütlich.
Trotz warmen Po durch Sitzheizung.
Der LieblingsIngo sucht einen einsamen Waldweg.
Sorry, lieber Harzwald 💛 aber ich hatte wirklich keine Wahl mehr.
Ich bin zu alt für Ersatzhosen im Wäschebeutel und
zu jung für BlasenschwächeSchlüpperbalken 🤷‍♀️


Erleichtert und frisch sagrotaniert fahren wir weiter.
Richtung Sonnenschein. Plan*IrgendeinBuchstabe*:
Spazieren gehen. Durch und um Thale.
Da ist hell. Da kennen wir uns aus.


Wir schlendern los. Kein Mensch weit und breit.
Unheimlich wie im Endzeitthriller. Echt jetzt!
Mitten im Wald, am Ufer der Bode – der Goethefelsen.
Wenigstens der steht noch.
Wir rezitieren lachend den *Osterspaziergang*
und fühlen uns wie Johann Wolfgang von und Christiane von aus Weimar. Macht man jetzt so, dieses Sich*wie*andere*fühlen.

Und genau dann kommen natürlich Menschen den Weg entlang.
Fremde Menschen.
Gerade als ich dabei bin den Goethestein zu umarmen.
Der LieblingsIngo beschwört just in diesem Moment:
„den alten Winter in seiner Schwäche…“. Halb singend. 🤦🏻‍♀️
Ist es uns peinlich? Nö.
Ernten wir verächtliche Blicke? Nö.
Im Gegenteil:
Es regnet Gelächter und Beifall. Hach, das tut gut 🙌😁💛

Mittag essen wir im einzigen geöffneten Imbiss.
Das einzige vegetarische Gericht: Pommes.
Mit dem gewünschten Mindestabstand schreien wir gute Wünsche
in die Holzhütte und verziehen uns 50 Meter weiter,
um ohne MNS auf der einzigen WotanPferdebank aus Holz
dieses kulinarische Highlight zu schnabulieren.
Mit Blick auf die süße, kleine Kirche mitten im Park.
Coronaurlaubsfeeling.
Und damit haben wir Thale auch schon durch. Um 13:30 Uhr. Was nun?

☝️Rappbodetalsperre☝️

Vielleicht können Johann Wolfgang von und Christiane aus Weimar rezitierend die Hängebrücke beschreiten
und in Memories schwelgen… Nö, können sie nicht.
Die Hängebrücke hängt einsam und unbeschritten herum.
Überhaupt kein Mensch zu sehen.
Last Woman standing. Okay, der LieblingsIngo ist auch noch da.
Also Last Lovers standing.
😱 Endzeitthrillerstimmung 😱
Nun reicht es mir auch. Ich will nur nach Hause. Auf die Couch.
Fettflixen. (Danke Schwessi für diese tolle Wortkreation auf Instagram).

Erkenntnis des Tages?
Die Bode rauscht auch beruhigend schön. Fast wie die Ostsee.

Die letzten Homeholidaytage.
Heute wird wieder gechillt und der Seppl bewegt.
Mittags dönerten wir im Freien dürüm.
Bei strahlendem Sonnenschein. Durch die Günthersdorfer Pampa.
Wieder in bester Laune. Das war sehr vegetarisierend.
Hoffentlich bleibt das so.

Habt einen schönen Mittwoch und lasst euch nicht runterziehen 💛💜
Ich vermisse es so, euch zu sehen. In Echt. 😔

Tag 8
Homeholidays.
Lockdown light.
1. geheimer touristischer Tagesausflug.

Ich liebe Lost Places. Alte Hotels, Krankenhäuser – verfallene Ruinen ziehen mich magisch an.
Am liebsten möchte ich losziehen
und durch die alten Gemäuer streifen.
In der Stille den Geschichten lauschen, die von den Wänden widerhallen.
Allerdings nur am Tag. Wenn es hell ist.
„… und natürlich ohne Licht
sonst sieht mich ja der Bösewicht!“
Nachts wäre es sicher aufregender und gefährlicher, aber…
ich habe einfach viel zu viele Gruselbücher gelesen
und Geisterfilme gesehen.

Unsere Homeholidays haben wir unter das Motto gestellt:
*Was wir schon immer mal tun wollten und noch nie geschafft haben*
Da dürfen Lost Places natürlich nicht fehlen.
Seit ich die wundervollen Fotos von Tine Acke gesehen habe,
stehen die Heilstätten Beelitz ganz oben auf der Liste.

Also, nix wie hin. Natürlich nicht ohne vorher Google zu befragen.
Herr Google schreibt, der Beelitzer Heilstättenpark ist geöffnet.
Nur Führungen gibt es nicht. Okay.
Auf eigene Faust macht es sowieso mehr Spaß,
auch wenn es nur von außen ist!
In Beelitz angekommen gab es erst einmal die bittere Erkenntnis:
Google weiß auch nicht alles.
Die Heilstätten samt Park drum herum sind geschlossen.
Heimlich könnte man hintenrum, aber…nee…das ist mir doch zu…äh…
Okay, okay…zugegeben:
ICH BIN EINE ANGSTWINNIE.
Deshalb sind wir in den Wörlitzer Park gefahren.
Der ist auch unheimlich im November.
Unheimlich…langweilig!
Aber…wir waren zusammen. Draußen.

Tag 5.
Homeholidays.
Lockdown light.
7:10 Uhr wach.
Langsam nähere ich mich der Urlaubsentspannung.
Okay, mir fehlen meine 4 Stunden Mittagsschlaf am Strand. Mein verbrannter Hintern. Das lustige Geschrei am Pool.
Die wärmende Sonne auf der Haut.
Aber sonst ist es hier ganz schön. Im Sonnenweg.

Heute sind wir nach Halle gefahren. Der LieblingsIngo und ich im Bus.
Eine Stunde Gerüttel über Dorfstraßen. In Orten, von denen ich noch nie etwas gehört habe.
Der LieblingsIngo schon. Der war als Teenie in jedem Nest.
Ständig gab er seinen Erinnerungen zum Besten.
Und die Winnie gucket stumm…verzweifelt in der Gegend rum!
Allerdings hatte ich eine sehr weitreichende,
wenn auch sinnlose Erkenntnis:
In jedem noch so kleinem Kacknest (auch in unserem) gibt es einen Teich.
Und an diesem Teich (außer an unserem) gibt es eine Bushaltestelle.
Nun habe ich mein Wissen mit euch geteilt. Macht was draus. 😂

In Halle angekommen. In die Straßenbahn.
Auf zum Zoo. Zugegeben, ich mag Zoos nicht so gern.
Eingesperrte Tiere und festgelegte Wege.
Aber ich verstehe auch den Hinweis auf den Artenschutz.
Kann man allerdings bestimmt auch anders regeln.

Der Bergzoo in Halle ist wohl der älteste seiner Art.
Herr Johann Christian Reil hat den mitgebaut.
Zum Dank ist er namentlich auf Straßen und Plätzen
rund um den Zoo verewigt:
Reileck… Reilstraße…
Die kennen wir jetzt alle. Weil wir nämlich viel zu früh am Zoo waren.
Und nicht hinein durften.
Das Hygienekonzept des Zoos ist super.
Eintrittskarten haben wir online gekauft.
Per Scan geht es kontaktLOS (ich liebe dieses Wort 🙄)
hinein ins Vergnügen.
Aber nun mal erst zur gebuchten Zeit. Nicht eine Stunde früher!

Gleich am Eingang stehen die Hawazuzie’s.
Oh, ich wollte schon immer einen Hawazuzie haben.
Der LieblingsIngo nicht.
Er will keine Winnie im Hawazuzie kutschieren.
Obwohl die Winnie, also ich, das bitter nötig hätte,
nach dem einstündigen Marsch auf der ständig ansteigenden Reilstraße.

Schade!
Das Elefantenhaus ist geschlossen.
Ich will aber das Elefanten Baby sehen.
Hilft nix, das Baby ist drinnen und ich darf nicht rein.
Ahhh… da.. ein Fenster!
Schwupps, liege ich auf den Knien und bearbeite (hygienekonzeptmäßig) das Dreckfenster mit einem FeuchtSagroDingens.
Hach, das Baby ist sooo süß. Wie Dumbo 😍
Als ich dem LieblingsIngo meine Begeisterung mitteilen will,
isser einfach weg. War ihm zu peinlich 🤷‍♀️

Papa Elefant steht rüsselschwingend im Freigehege.
Sieht aus, als macht er die große Hausordnung und fegt den Hof.
Mit seinem Rüssel.
Die kleinen, zusammen gefegten Heuhäufchen stopft er sich
– eins nach dem anderen – ins Maul.
Sieht witzig aus.

Die Pinguine stehen mit dem Rücken zu uns.
Wahrscheinlich finden sie die vielen Spanner in ihrem Bad
einfach nur blöd.
Ach, nein… Es ist eine Chorprobe. Mit hochgereckten Schnäbeln tröten sie „Oh, du Fröhliche“ in die Luft.
In ihren Fracks sehen sie total schick aus.

Die Faultiere sind meine Held*Innen.
Verknotet in einem Regal, ähnlich groß wie der LACK- Würfel
vom Schweden, lassen sie sich hängen und nicht mal
zum Apfelstücke knabbern überreden.
Ist das nicht himmlisch?
Einfach nur faul abhängen und dabei schlank werden!
Das will ich auch. Habe ja noch zwei Wochen HomeHoliday.
Da kann ich das trainieren.
Allerdings scheitere ich im Moment noch an der richtigen Liegetechnik
für den Lackwürfel. Aber ich übe jeden Tag!

Während wir an den Erdmännchen, Streifenhörnchen, Wüstenfüchsen,
Yaks und Kälbchen vorbei flanieren,
höre ich im Hintergrund mindestens 5 Mal:
“ Gucke ma, blaue Haaaare“
Erstaunlicherweise ruft das immer der weibliche Nachwuchs der zweibeinigen, freilaufenden Zoobesucher*Innen aus.
Beim männlichen Nachwuchs kommt lediglich ein eher uninteressiertes, hingenuscheltes: „WarumhatdieblaueHaare?“

Vor dem Gehege der Dalmatiner- Rinder steht ein Prinzesschen (5).
Habt ihr bestimmt schon mal gesehen, diese Spezies:
Von oben bis unten in Pink und Kunstpelz, vorzugsweise polarweiß, gehüllt.
Kein dezentes Rosa, sondern grellpink.
Sie schaut mich an und kreischt los:
“ IHHHHH – die da hat blaue HAAAAARE!“
Ehe ich etwas erwidern kann, kreischt sie nach:
“ Das sieht VOLL HÄSSLICH aus!“
Booooaaarrr – so eine kleine Zicke!
Trotzdem schlucke ich meinen *Gelbe Haare sind auch doof* -Spruch hinunter und sage lachend:
“ Gestern waren meine Haare noch pink. Echt wahr!
Aber Pink war alle. Da musste ich eben blau nehmen.“

Pinky verzeiht mir großzügig und wir einigen uns auf demnächst wieder
pinke Haare (bei mir) und
*voll hässlich* in *nicht so schön* ersetzen (bei ihr)
Geht doch!

Wir bestaunten im Weitergehen freilaufende Tiger…

und eingesperrte, wilde…Mützen!

Kurz vor dem Ausgang steht das Schimpansenhaus.
Das ist geschlossen. Dank Corona durfte Mensch nirgendwo hinein.
Ich starrte durch das schmuddelige Fenster.
Das erregte die Aufmerksamkeit von Sebastian.
Wir haben echt lange miteinander gequasselt.
Schimpanse Sebastian findet den Lockdown voll doof.
Weil gar keiner ins Schimpansenhaus darf.
Und dabei ärgert er die Zweibeiner so gern (zum Beispiel klaut er Mützen!)
Jetzt sieht er die alle nur durch die Scheibe. An Mützen kommt er auch nicht mehr ran. Ich tröste ihn ein bisschen.
Sebastian sieht trotzdem aus, als weint er gleich los.

Dann sind wir endlich auf dem Spielplatz.
Oh, ein Baumhaus! Da muss ich sofort hochkraxeln.
Oben angekommen hopse ich vor lauter Freude sogar ein bisschen.
Könnt ihr das sehen?

Eigentlich mag ich keine Zoos.
Wegen der eingesperrten Tiere und festgelegten Wege.
Aber sie sind nun mal da. Und die Tiere brauchen Futter.

Tag 4.
Lockdown Light.
Homeholidays.

Unser erster Tag im Sonnenwegotel. 6:56 Uhr.
Ich bin wach. Natürlich.
Ob ich mir schnell einen Kaffee aus dem Restaurant hole?
Oder gleich in den Pool springe?
Müßig drüber nachzudenken.
Das Hotel Sonnenweg ist ein Low Budget Hotel ohne Pool
und liegt in der Servicewüste.
Restaurant – dunkel. Kaffeemaschine – aus.
Selbst ist die Frau sich am Nächsten, wenn sie morgens Kaffee wünscht 🤷‍♀️
Wie ich so durchs Gefilde schlendere, fällt mir einiges auf. Oberflächlich ist es sauber, aber wenn man genauer hinschaut…
Also Ärmel hochgekrempelt und losgelegt.
In diesem Hotel streikt wohl nicht nur das Küchenpersonal.
Meine Güte, das ist ja fast wie zu Hause 🙄

Jetzt ist der LieblingsIngo wach.
Unsere Tagesziellotterie ergibt heute…
Spaziergang im Südpark Merseburg inklusive Mittagessen
in…äh…aus der Exlieblingspizzeria.
Geschmaust wird sonnig auf der Aussichtsplattform im Südpark.
Mangels geeigneter Sitzmöglichkeiten (Treppenstufen im November zu kalt) essen wir im Stehen.
Ich hab mal gelesen, da verbraucht man mehr Kalorien.

Dann bummeln wir los.
Vor 23 Jahren haben wir faktisch hier gewohnt.
Ohne Rücksicht auf etwaige Folgen zwang uns das Freyerlein
kreuz und quer durch diesen Park.
Bei Wind und Wetter.
Wir kannten jede Ecke, jedes Tier und die Eispreise am Kiosk.
Übrig geblieben ist vom damaligen Glanz allerdings nicht mehr viel.
Alles wirkt unaufgeräumt und verschlissen.
Kann aber auch an Corona liegen.
Oder an den Novemberdepris.
Aber die wilden Tiere sind alle noch da:

Einen Lichtblick gibt es doch noch.
Der Wassermannspielplatz aus meiner Kindheit wurde saniert.


Auf dem Weg zurück in den Sonnenweg füllen wir die Vorräte auf.
Ist
eher ein Hotel für Selbstversorger, dieses Sonnenwegotel.
Aber die Animation ist in Ordnung.
Unser Tagesziel für morgen entscheidet die Gewinnerin

des allabendlichen Tischtennisturniers.
Das bin ich.
Es geht in den Bergzoo Halle.
Habt einen schönen Abend 💛

Immer noch Tag 3.
Nach der Ziehung.

Auf dem Zettelchen vom LieblingsIngo stand:
Im Outlet shoppen
auf meinem:
Autos anschauen
Das passt ja!

Die Vorgeschichte:
Ich liebe bunte Klamotten und Chucks.
Günstig gibt es beides in einem Outletcenter in unserer Nähe.
Wir haben es aber noch nie dorthin geschafft.

Der LieblingsIngo möchte ein neues Auto.
In die Entscheidung  Marke und Typ werde ich zwar einbezogen,
aber das ist mir schnurz. Ich fahr ja nicht.
Die Farbe darf ich nicht mehr aussuchen.
Ich nehme das nämlich nicht ernst genug. Sagt der LieblingsIngo.
Bloß weil ich`s bunt mag.
Und mal ein knalliges, leuchtendes Gelb vorgeschlagen habe.
Mitten im Männergespräch über PS und Beschleunigung und so ein Zeug.
Aber die Farbe war voll schön. Da ist es halt einfach aus mir raus geknallt.
Egal.
Die Vorauswahl ist online getroffen. Schon seit Wochen.
Nach dem Urlaub sollte Projekt Auto starten.

Nun fahren wir eben heute. Auf Brautschau. Nach Halle.
Und danach zum Shoppen. Ins erwähnte Outletcenter.
Das Wägelchen sieht gut aus. Die Ausstattung stimmt. Die Farbe überzeugt. Die Lordosenstütze schmiegt sich an mich.
Ich kann euch nicht sagen, wo sie schmiegt, weil ich nicht weiß,
was genau eine Lordose stützen soll.
Aber es saß sich sehr angenehm.
Das Auto heißt übrigens Max Steele. Wegen der Titaniumausstattung.
Und gehört jetzt uns.

Im Outletcenter bin ich im siebten Himmel.
Der bunte Markenshop bringt meine Augen zum Leuchten.
So viel kunterbuntes Zeug.
Ich verschwinde mit einem Arm voll schnell zusammen geramschter Stücke in eine Kabine.
Da kommt mir mein viertüriges, vollgestopftes
Klamottenaufbewahrungsdingens in den Sinn.
Shit, da passen nicht mal mehr Socken rein.
Kleinlaut räume ich alles wieder in die Regale.
Frau muss auch manchmal vernünftig (oder wie das heißt) sein!


Zum Mittagessen gab es den besten vegetarischen Döner, den ich jemals gegessen habe. Im Auto. Gemütlich irgendwo sitzend am Tisch essen, darf man ja nicht. Schon etwas surreal 😋

Im nächsten Laden entweicht mir ein Jauchzen.
Ich bin im PARADIES!
Überall Chucks.
In allen Farben.
Mit saugeilen Motiven.
Raumhoch in Regale gestapelt.
Ich schwebe tänzelnd durch den Laden wie Tinkerbell durch Nimmerland. Im Schuhaufbewahrungsteil ist noch Platz. Chucks lassen sich stapeln 😏
Der LieblingsIngo spaziert grinsend hinter mir her und schüttelt den Kopf.
Ein Paar will er spendieren.
EIN PAAR?! Wie soll ich mich bloß…
aaaaahhhhh… Da sind sie.
SchwarzWeiß. Wasserdicht. Gefüttert.
So richtige PfützenspringerNovemberChucks.
Die gehören mir!

War doch gar nicht so übel, der Tag.
Geheult hab ich trotzdem. Als wir am Flughafen vorbei gefahren sind.
Aber nur kurz. Nützt ja nichts. Und außerdem:
Wenn wir jetzt die nächsten drei Wochen so weiter machen,
können wir uns eh nie wieder Urlaub leisten.

Tag 3.
Lockdown Light.
Homeholidays.
Im Sonnenweg.

Urlaub zu Hause ist wie Homeoffice. Nur ohne Arbeit.
6:00 Uhr – Ich bin wach.
Erster Kaffee und Nachrichten.
Stop!
Das ist doch meine Alltagsroutine. Jetzt habe ich Urlaub.
Ich habe meinen Urlaub noch nie zu Hause verbracht.
Und ich hab mich noch nie so eingesperrt gefühlt.
Unser Plan B fällt ja auch ins Wasser.
Wegen Lockdown Light.
Nix Tourismus. Nix Gastronomie. Nix Veranstaltungen.
Aber Jammern nützt ja auch nichts.
Ich schlurfe ins Kabuff.
Und ernenne es zum Buchschreibekabuff 🤩
Räume den Schreibtisch auf. Ordne die Unmengen an Notizbüchern.
Bis der LieblingsIngo aufwacht, habe ich all die Orte aufgeschrieben,
die wir schon immer besuchen wollten, aber nie Zeit hatten.
Alle Aktivitäten, die wir immer wieder verschieben.
Auf kleine Zettelchen.

Mal sehen, wohin es uns heute verschlägt.
Bis später 💛

Immer noch Tag 2.
Nur später…
Gerade haben wir unseren Urlaub storniert.
Mist. Aber Urlaub und Corona passen wohl einfach nicht zusammen.
Schon die Vorbereitungen waren nervenaufreibend.
So pleitenpechundpannenmäßig:
Wir haben 5 mal gebucht. Verschiedene Termine.
Aufenthaltslänge zwischen 14 und 21 Tagen. Dreimal bezahlt.
Dreimal durch den Reiseveranstalter storniert.
Auf die Rückgabe der Kohle gewartet. Wieder gebucht.
Zypern. Eine Woche vor Abreise zum Risikogebiet erklärt. Storniert.
Neu gebucht. Fuerteventura. Neue Bedingung Coronatest.
72 Stunden vor Abflug.
Glück gehabt, gilt ab 14. November. Wir fliegen am 11.
dachten wir!
Heute kam die Flugänderung vom 11.11. auf den 14.11.
Da waren es nur noch 9 Tage und mit Coronatest.
Nö. Nun ist unsere Toleranzschwelle überschritten.
Dann doch lieber im Sonnenweg bleiben.
Winterschlaf halten.
Und jetzt bin ich traurig. Enttäuscht.

Und schreibe eben ein neues Blogtagebuch:
*Coronablues meets Novemberdepris*

Tag 2.
Dienstag.
Homeholidays.
Lockdown light.
Ausgeschlafen.

Das mit dem Winterschlaf klappt nicht so richtig.
Jedenfalls bin ich 7 Uhr wach. Der LieblingsIngo schläft noch.
Ich nutze die Chance und surfe im Netz. Ungestört.
Ich liebe den LieblingsIngo, aber der ist so etwas von neugierig.
Und mich nervt es, ständig im Gedankenfluss gestört zu werden 🙄
So richtig bin ich allerdings nicht bei der Sache.
Woran ich das merke?
Ich hopse von Seite zu Seite und lese nichts richtig, bekomme keine vernünftige Zeile hin.
Und während ich also so vor mich hin stiere, ploppt ein neues Fenster auf. Oh, wie ich das hasse!
Du bist in etwas vertieft und plötzlich springt dir ungewollt
irgendein Shit ins Auge und geht nicht wieder weg.
Werbung oder so.
Hui, diesmal ist es ein Shirt mit Motivationsspruch:

Nun bin ich ganz raus.
Soll ich mir das bestellen?
Ich bin da sehr empfänglich.
Für witzige Sprüche auf Sachen.
Aber eigentlich…
Das ist kein witziger Spruch, sondern ein…
ja… ein richtig fieser Spruch. Finde ich.
So ähnlich wie: „Nimm dir ein Beispiel an…“
oder „Warum kannst du nicht ein bisschen wie…sein?!
So etwas triggert dir, du bist nicht gut, so wie du bist.

Die Annika…was ist denn an ihr nicht in Ordnung?
Sie ist lieb, zuverlässig, hält sich an die Regeln und geht gern zur Schule.
Okay, das klingt vielleicht ein bisschen langweilig.
Langweilig ist doch aber nichts Schlechtes, oder?
Vielleicht empfindet sich Annika auch gar nicht als langweilig.
Menschen sind schließlich verschieden.
Merkt man eigentlich, dass ich kein Fan von Pippi Langstrumpf bin?
War ich auch noch nie.

Als ich klein war, mochte ich mehr die echten Heldinnen…
Die rote Zora. Ronja Räubertochter. Unku. Momo.
Und auch ein paar Helden.
Tom Sawyer. Jim Hawkins.
Da kam etwas an bei mir. Die haben mich total beeindruckt.
Pippi Langstrumpf hingegen fand ich recht albern.
Ich habe die Pippi- Message wohl einfach nicht verstanden 🤷‍♀️

Vor ein paar Jahren traf ich eine Künstlerin, die mich tief beeindruckt
mit ihrer Kunst. Sie ist mutig, laut und lustig.
Mit ihrer ganzen Art kitzelte sie Mut und Abenteuerlust in mir hervor.
Wie Pippi Langstrumpf bei Annika.
Auch wenn es im Moment irgendwie total ruhig zwischen uns ist,
diese Gefühl von Verbundenheit ist immer noch spürbar
❤️

„Du musst den Mut haben an deine guten Seiten zu glauben“
aus „Zwillinge – oder nimm dir ein Beispiel an Evelin“

In diesem Sinne rufe ich euch zu:

*Seid wie Annika, nachdem sie Pippi traf.*

So stimmt der Spruch dann wieder 🙃

Tag 1.
Montag.
Homeholidays.
Lockdown light.
Frühstück im Bett.
Winterschlaf.

Samstag.
Wochenende.
Fast Urlaub.
6:24 Uhr wach.
Kein Wahlergebnis…
Okay, wenn ich nun schon mal wach bin…
dann schreib ich eben vielleicht eventuell und wahrscheinlich…
doch ein Buch 🤷‍♀️