Wie ich ohne durchzudrehen das Homeoffice überstand  und warum Kunst dabei eine SYSTEMrelevante Rolle spielt

Wie ich ohne durchzudrehen das Homeoffice überstand und warum Kunst dabei eine SYSTEMrelevante Rolle spielt

30. Juni 2020 1 Von Winnie

Da bin ich wieder.
Ihr wart wirklich geduldig.
Danke, dass ihr ab und zu mal hier vorbei geschaut habt.
Ihr seid die tollsten Leser*innen, die eine Winnie haben kann.
Ich war wirklich sooo lange nicht da.
Sorry, aber ich habe mich so richtig in die Einsamkeit
des Homeoffice hinein gesteigert.
Damit ist jetzt Schluss!
Ich steigere mich da jetzt einfach mal wieder heraus!

Ich habe nicht nur Trübsal geblasen, keineswegs.
Ich habe Podcasts und Hörbücher gehört. Serien geschaut.
Bücher gelesen. Gemalt. Geschrieben.
Viel Zeit mit mir verbracht.

Aber als ich meinen Geburtstag
(zum ersten Mal in meinem Erwachsenenleben)
ohne geplante große Party und ohne Freunde verbringen musste,
war Schluß mit lustig.
Oh, ich wurde getröstet:
„Das tut mir leid für dich. Aber du bist ja so ein Stehaufweibchen.
Immer am Lächeln. Das macht dir ja nicht so viel aus.
Du lächelst das doch weg.“
Natürlich – ich begrabe meine Träume immer lächelnd.
Was ich nicht ändern kann, ist doof, aber eben nicht zu ändern!
Da hilft Heulen nun mal nichts!
Aber glaubt mir, innerlich habe ich getobt.
Mich abends in den Schlaf geheult und getrauert…
Um mein GeburtstagsWohnzimmerkonzert von Schwessi.

Um meinen Alltag.
Um mein Leben, so wie es vor Corona war.
Es war kein besonderes Leben. Nichts Tolles, nichts Großartiges.
Aber es war MEIN Leben! Mit viel Kunst.
Fast jedes Wochenende war ich unterwegs – zu Konzerten, Festivals…
Mein Leben hat sich angefühlt wie ein griechischer Tanz.
Ich tanzte hinein und wieder hinaus.
Mal allein – mal mit vielen Menschen im Kreis.
Mal mit Ouzo, mal mit Wasser.
Aber immer in Bewegung. Immer fröhlich.

Jetzt fühle ich mich ganz oft wie eine Zwiebel.
Schicht für Schicht schälen sich die Stimmungen hinunter:
…glücklich – total motiviert – ein bisschen faul – total traurig…
übrig bleibt ein klägliches, jammerndes Häufchen Winnie.
So habe ich mich vor Corona nie gefühlt. Traurig, lustlos, hilflos. Müde.

*
Im Homeoffice
lauern Einsamkeit und Angst,
zwischen Glückshöhenflug und Jammertalabsturz
verlor ich mich fast ganz.

Ich hab gejammert auf höchstem Niveau
nach Konzerten, Urlaub, Kino und so
dann das schlechte Gewissen mit Petitionen und Spenden betäubt,
fast zeitgleich mich an Streamingkonzerten erfreut

Ein Auf und Ab
durch Frohsinn und Traurigkeit,
Langeweile wird abgelöst von Kreativzeit.
Mal sportlich aktiv, dann wieder mehr dekorativ
auf der Couch drapiert
und in die Glotze gestiert.

Interessiert an allem, was geschah,
war mir gleichzeitig auch alles egal,.
Hab trotzig nur an mich gedacht
mir aber um andere Sorgen gemacht.

Emotional völlig ausgelaugt
die Lebensfreude wie ausgesaugt.
Still wollte ich mich verstecken und
meine Wunden lecken.

Doch ihr
lasst mich einfach nicht in Ruh
wollt ständig etwas – textet mich zu
Lasst mich weder in meiner Melancholie versinken
noch einfach in der Einsamkeit verschwinden.

Wir reden, lachen, lesen uns vor
im Zoom, bei Facebook, mit dem Hörer am Ohr.
Egal wo du wohnst, ob nah oder weit
Unsere Freundschaft bleibt für die Ewigkeit – Dankeschön dafür 💕
*

Ich kann nicht beschließen, glücklich zu sein
und schwupps, schon bin ich es.
Das ist ein Stück Poesie, das es nicht in mein reales Leben geschafft hat.
Letztendlich ist nämlich keiner so stark, wie er denkt oder aussieht.
Und wenn das, was dich aufrichtet wegfällt
– einfach so –
dann fährt das System herunter.

Ich habe Petitionen unterschrieben.
Beiträge kommentiert, geteilt. Ich habe gespendet.
Merchandising eingekauft.
Bei Onlinekonzerten PayPals in den Hut geworfen.
Clubs unterstützt.
Und gehofft, es ist bald wieder vorbei.
Aber es ist immer noch nichts passiert.
Die für mich systemrelevanteste Branche überhaupt
– die Kultur und unsere Künstler*Innen –
sind immer noch irgendwie im Lockdown…
wissen nicht, wann es wie weiter geht… können nichts planen…
Ich möchte so gern mal wieder ins Kino oder ins Theater gehen.
Zu einem Konzert oder auf ein reales Festival.
Meinetwegen setze ich mich auch hin, trage eine Maske und
kuschele nicht mit dem Nebenstehenden. Versprochen!
Denn…

und das nicht nur in meinem Leben!

Liebe Schwessi , lieber Tom und liebe Moira von Nervling,
liebe Gwen Cobain, liebe Jackie, liebe Clängs,


als ich ins Jammertal schlidderte, wart ihr es, die losgelegt und mich festgehalten habt.
Mit euren immer wieder neuen Ideen:

Wohnzimmerstreamkonzerte – Telefonkonzerte
Balkonkonzerte – AftershowZoomparties

Onlinetheater PoMomente – Videodrehs
und nicht zuletzt das
Raketerei – female in music – Festival

mit dem legendären Aftershow Musik Ratequiz.

Ihr habt mich Videos drehen lassen
(auch wenn ich mich nicht getraut habe, es euch zu schicken)
ihr habt mich vor Begeisterung tanzen und singen lassen.
Ihr habt mich vor dem CoronaHirnBankrott bewahrt.
Ihr habt alles gegeben – bis an eure Grenzen und darüber hinaus.
Ein riesiges DANKESCHÖN dafür!

Aber von Dankeschöns kann keiner leben.
Man wird von Worten nicht satt. Kann keine Miete davon zahlen.
Von unterschriebenen Petitionen auch nicht.
Ich hatte immer die Hoffnung, es geht bald weiter – live und real.
Sobald wir wieder dürfen, mache ich eine riesige Tour durch Deutschland!
Ich besuche mindestens ein Konzert von jedem von euch.
Versprochen!

💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕

Meine Hommage an meine LieblingsKünstler*Innen.
Weil sie mich lockerfröhlich virtuell durch das CoronaWirrWarr führten.

Foto: Sylvia Wolf

*Ich mag Schwessis Musik sehr: Sie ist so fluffig wie ein Windbeutel mit Extra Sahne und sie macht auch genauso glücklich!
Bei diesen Klängen schwebe ich in Sternenstaub gehüllt in eine bunte, bessere Welt:
Schwessi singt einfach augenzwinkernd all das raus, was ihr gerade einfällt und auch mir durch den Kopf geht.
Die Texte – zeitgemäß und frech auf Probleme in Politik und (Frauen)- Leben hinweisend – bleiben im Kopf in im Herzen hängen und sorgen einerseits für gute Laune,
regen andererseits aber auch zum Nachdenken an, also genau mein Ding!
Schwessis Stimme klingt bei jedem Lied anders:
Mal lachend laut, mal verträumt leise, dann wieder todernst eindringlich und immer ein bisschen kratzig.
Alles passt zusammen. Das ist wie gemeinsam am Lagerfeuer sitzen, Marshmellows rösten und den Funken nachträumen…*

Mir ist’s, als wäre es gestern gewesen, als ich euphorisch mein Feedback
für Schwessi verfasste. Ich freute mich so auf 2020:
Tour im März
Wohnzimmerkonzert bei mir zu Hause
Crowdfunding
neue Pladde
Konzerte im Sommer
Releasetour im Herbst –
nichts und niemand wird mir mein Schwessi- Jahr verhageln
wie die berühmte Petersilie, dachte ich…
und dann passierte es doch!

Obwohl es für Schwessi als alleinerziehende Singlemama
nicht einfach war,
Homeworking – Homeschooling – Homedurchdrehing
unter einen Hut zu bringen, hatte sie immer wieder neue Ideen für uns:
– Schwessi- TV – Instastories – Empathieseminar –
Livekonzerte aus ihrem Wohnzimmer – Aftershowparties –

solange, bis es nicht mehr weiter ging.
Auch die stärkste Frau hat ihre Grenzen.
Jetzt ist Sommerpause angesagt. Zu sich selbst finden und neu starten.
Zum Geburtstag wünschte sich Schwessi etwas ganz Besonderes:

Schwessi feiert diesen besonderen Tag.
25. Juni um 15:00 · 
Liebste Schwessi-Hood! 💕
Hab mir in diesem verrückten Corona-Chaos jetzt einfach mal selbst was zum Geburtstag geschenkt: Tatarataaaaa 🥳🥳🥳 einen Patreon-Account, wo Ihr mich, meine Projekte, meine Musik, und sämtliche soziale und künstlerische Schwesskapaden unterstützen könnt, indem Ihr Mitglied meiner Schwessihood werdet! (Kündigung natürlich jederzeit easy möglich). 😎
Mein Herz macht Freudensprünge wie dieser Delphin hier 🐬🐬🐬 bei jedem/r neuen mutigen experimentierfreudigen Schwessihood-Supporter*in!! 💕🙌 DANKE DANKE DANKE, das ist mein schönstes Geburtstagsgeschenk 😍🙏 LOVE YOU. Groovy Greetz aus der Burnout-Therapy,
Eure Schwessi 💋💋

Geburtstagswünsche sind magisch, das wisst ihr, oder?
Dieser Wunsch ist so leicht zu erfüllen.
Schon für den Gegenwert von drei veganen Schokoladentafeln erhält Mensch ein Basic- Membership:
https://www.patreon.com/schwessi?fbclid=IwAR00Rhs0P4gndbdkFTFjEfRL7Pb4Py5TByz-YmUWrPD5SgG7ZiiU_B8dCns

Life begins at the end of your comfortzone

Nun bin ich also ein Member in der Schwessihood.
Das klingt doch irre geheimnisvoll, oder?
Es ist aufregend wie ein Abenteuer, dieses Patron sein.
Und ich kann jederzeit in meine Komfortzone mit Veganer Schokolade zurückkehren.
Also gar kein Risiko 🤷‍♀️
Schwessi hat mir schon so oft geholfen und ich kann endlich endlich etwas zurückgeben, unterstützen… 💛
Schließlich möchte ich im Oktober hoffentlich wieder ihre Konzerte besuchen 🎤🎼🍀
Eine Win – Win – Winnie Situation 🤣
Im Moment ist nichts wichtiger, als miteinander verbunden zu bleiben.
Danke, liebe Schwessi!

💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕

Manchmal ist es ein Auftritt, manchmal ein Lied, welches dich triggert.
Bei Nervling war es irgendwie das Gesamtpaket, als ich die beiden
im LOLA Kulturzentrum in Hamburg das erste Mal erlebte.
So ein Wow- Moment!
Tom begann zu spielen, Moira fing an zu singen und…
ich bekam dieses *Heywiegeil!Diefindichgut!Ichwillmehrhören* – Gefühl.
Wenn ich so drauf bin, ist es nicht mehr weit bis zum CD- Kauf
am Merchandisingstand.
Als ich im Zug nach Hause saß, war ich so neugierig.
Ich wollte jetzt Nervling hören. Im Zug! Also wurde gestreamt.
Mach ich immer.
Die CD fürs Regal (ich habe ein Faible für Regale)
und für unterwegs wird heruntergeladen, was die Speicherkarte aushält.
Danke übrigens an die Deutsche Bahn. Euer W-Lan zwischen Hamburg und Leipzig funktioniert super.
Aber wieso gibt es eigentlich keine Handys mit CD- Player?
Was ich von Nervling auf die Ohren bekam, war super.
Selbstironie, Witz, und auch nachdenklich.
Genau meine Probleme, Gedanken wurden besungen.
Moment mal, kennen die beiden mich etwa?
Weitere Konzertbesuche waren geplant, Karten bestellt, Hotel gebucht und Bahnkarten gekauft.
Dann das Corona-Aus, auch für die April- Live – Konzerte.
Nun begann etwas Wunderbares. Die Streamingkonzerte!
Jeden Mittwoch und Samstag hatte ich ein Date mit Moira und Tom.
Nervling – meine LieblingsStimmungsaufheller
Abhänging mit den beiden war so, als hättest du deine besten Freunde
mal eben neben dir im Gartenstuhl sitzen.
Nicht einfach nur Singen – es gab Rezepte beim Grillkonzert,
Reisevideos bei den Fernwärmekonzerten, Telefonkonzerte zum Selbstgestalten –
hier könnt ihr alles noch einmal anschauen:

https://www.youtube.com/user/nervling2/videos

Mein absolutes Coronahighlight ist das Lied
*Hamsters Reise oder die Suche nach dem Glück*
Das wurde von uns Fans geschrieben – naja, mehr oder weniger…
Jeder konnte ein Wort und einen Akkord schicken
und daraus machten Moira und Tom diesen genialen Song!

Genau die richtige Portion, um mich aufzurichten
und mich nicht ganz so ernst zu nehmen…
Positiv denken, auch wenn alle durchdrehen.
Man möchte sich zusammen rudeln und tanzen – sowieso froh eben.
💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕💕

Cläng

Cläng habe ich zum ersten Mal im Oktober 2019 gehört und live erlebt.
Bei einem Doppelkonzert mit Schwessi in der Panik City.
Danach, weil ich nicht genug bekam
vom Schwessis Hippie Pop und dem Cläng- Klang
fuhr ich gleich auch noch mal nach Berlin.
Ich liebe dieses Fanleben.

Diese Freiheit – einfach irgendwo hinzufahren – Konzerte zu besuchen 😍 Ich vermisse es total!

Die Musik von Cläng lässt mich zappeln, egal wo ich mich gerade befinde. Wenn Angela hüpft, tanzt und totalen Frohsinn auf der Bühne versprüht, animiert das sogar mich als absoluten Bewegungsmuffel zum Tanzen.
Die Texte holen mich ab und
beschreiben viele Situationen in meinem Leben 💕
Als würden wir uns schon ewig kennen.

Trotz Corona hat die Band einen Song nach dem anderen herausgebracht, Fanvideos zu einem Musikvideo verarbeitet…

Ein Video über meinen Corona- Alltag
Oh, was hatte ich für Ideen.
Ich drehte tagelang –
beim Homeoffice, beim Hula Hoop üben, beim beidhändig Tischtennis spielen, beim freihändig Fahrradfahren – okay, da filmte der LieblingsIngo und auch das Skaten
(dieses Video endete im Sturzflug auf den Hintern,
das hab ich doch lieber selbst gepostet),
ich filmte mich beim Lesen, beim chillen, beim tanzen
und kam mir schon fast wie ein richtiger Star vor.
Cläng hat mich mit diesem Videodrehaufruf
eine ganze Woche lang beschäftigt.
Letztendlich scheiterte ich allerdings an meinem Perfektionismus.
Aber ich habe eine lustige Erinnerung
an meine CoronaWirrWarr – Aktivitäten.
Dankeschön dafür ❤️💕
Das war es allemal wert. Das Video ist auch ohne meinen Beitrag super geworden:


Die erste EP von Cläng
*Reise*
ist nun raus. Was hatte ich mich darauf gefreut.
Und ich wurde nicht enttäuscht!
Lasst uns doch zusammen auf Reisen gehen
– musikalisch in unseren Träumen –
– nach Berlin – Marseille – ans Sch… Meer –
ganz Emo und Scooter – wie ein Magnet 🤩


Jackie

Jackie hat mich auf der Facebook- Live – Aftershowparty des Raketerei Festival beeindruckt.
Ich spielte live bei Facebook – Musikquiz mit Musikern…
Hihi, ich hatte keine Chance. Zum Glück hatte ich keine Chance.
Denn sonst wäre ich mit einem Song dran gewesen
und bisher hat noch niemals
jemand einen von mir schräggeträllertes Lied erkannt 😂.
Natürlich hätte ich auch anders performen können –
vorlöffelklappern zum Beispiel oder klirren mit Kaffeetassen –
die Erfolgsquote wäre allerdings gleich geblieben.
Mein musikalisches Talent schickte ich im Jahre 79 schlafen
– nach dem KlingGlöckchenklingelingelingDesaster –
seitdem liegt’s im Koma, das Talentchen.
Aber zurück zu den richtigen Musikern:
Jackie hat bei der Aftershowrateparty acapella losgeschmettert – und ich war begeistert.
Was für eine Stimme!

Wenn mir etwas gefällt, will ich mehr hören.
Also so richtig – professionell, mit Instrumenten und so.
Deshalb wird gestalkt, gefollowert und geliked.
Und irgendwann gehe ich dann auf ein Konzert.
Ist im Moment ja nicht so richtig möglich,
aber irgendwann wird Corona ja vorbei sein.
Dann gehe ich auf Tournee. Auf eine Fan- Tournee:
Ich besuche alle Künstler*innen,
die mich während des Hausarrests bei Laune hielten.
Cläng und Jackie gehören da auf jeden Fall dazu!