Corona – Zwischenbilanz bei Homewasauchimmer

Corona – Zwischenbilanz bei Homewasauchimmer

7. Mai 2020 2 Von Winnie

Corona Corona Corona
Nichts anderes gibt es zu hören:
Coronanews Coronakrise * Coronahilfe * Coronazusammenhalt
Ich verspüre so langsam
eine gewisse Coronagleichgültig – ja, -müdigkeit.
Anfangs habe ich wirklich jede Corona- Sondersendung geschaut.
Die tägliche Presseinformation vom RKI,
die Pressekonferenzen der Ministerpräsidenten.
Ich kannte alle Zahlen. Ich folgte allen Empfehlungen.
Frau will ja informiert und kein Risiko für andere Menschen sein.
Also Händewaschen bis die Haut brennt, dabei mehrmals Happy Birthday singen.
Nicht popeln oder anderweitig ins Gesicht tatschen – alles zum Schutz der Gesellschaft.
Nur so geht es schließlich schnell vorüber.
Dachte ich 😒

Nun sind fast 6 Wochen rum und ich höre unsere Bundeskanzlerin sagen:
„Wir stehen immer noch ganz am Anfang der Pandemie.“
Hä? Echt jetzt?
Wie lange soll das denn bitte so weiter gehen?
Haben wir einen Plan B, C, D?
Ich bin schon kurz vorm Durchdrehen. Und bin ich alleine zu Hause, mache Homeoffice und kann jederzeit mit dem Seppl davon radeln. In den Sonnenuntergang.
Nur die physical Kontaktlosigkeit macht mir zu schaffen.
Dabei bin ich sonst gar nicht so der Knuddeltyp.

Ich bin gern allein.
Ich bin es auch gewohnt, mich selbst zu beschäftigen.
Und es ist auch nicht so,
dass ich mich wie der letzte Mensch auf der Welt fühle.

Ab und zu treffe ich in unseren 120 Quadratmetern
(inklusive Fitnesskeller und Garten) ja auch mal auf den LieblingsIngo.
Der beschäftigt sich mit Gartenarbeit und Spatzenjagd.
Zu meiner Belustigung.

Ich telefoniere mit Kathleen, ganz lange und oft.
Das haben wir noch nie gemacht.
Ich telefoniere nämlich nicht gern.

Ich bin verbunden mit einer Menge Menschen.
Auf Onlinekonzerten. Webinaren. AftershowZoomParties. Festivals.
Bei Schwessi TV.

Ich genieße auch die Stille. Beim Lesen. Beim Nachdenken. Beim Schreiben.
Podcasts zu hören ist ebenfalls eine tolle Sache. Ernste Filme schauen.
Oder Kinderfilme. Serien.

Ich entdecke Dinge, an die ich vor dem Homewasauchimmer
gar keinen Gedanken verschwendet hätte:

Hula Hoop
Skaten im leeren Parkhaus
alleine und beidhändig Tischtennis spielen
zuhören und reden
vertrauen…

Ich habe bunte Haare – türkis, blau, grün, pink, lila –
Das werde ich auf jeden Fall beibehalten,
auch wenn der LieblingsIngo grinsend *Midlifecrisis* vor sich hinmurmelt. Das ist mein ganz privater, eigener CoronaKoller!

Mir passieren gerade so wundervolle Dinge,
ich entdecke soviel Neues in mir und meiner Umgebung,
dass die negativen Gefühle,
wie Angst, Sorgen und Pessimismus fast völlig überlagert werden.
Jedenfalls am Tag.

Nachts kann ich schon manchmal nicht schlafen
und mache mir Sorgen.
Um die Existenz meiner selbstständigen Freunde,
um unsere Demokratie
und ganz egoistisch, Sorgen um meine persönliche Freiheit.
Ein bisschen Angst habe ich auch.
Die Verschwörungstheorien, die überall kreisen.
Was machen die mit den Menschen, die an so etwas glauben?
Auf welche Ideen kommen die?
Wie ist das Leben nach Corona? Wieder sofort voll auf Hundert?
Wird es überhaupt wieder so werden, wie es mal war?
Und wollen wir das eigentlich?

„Ich will das Leben leben, dass ich habe.
Nicht das Leben, dass ich vielleicht haben könnte“

Das hätte ich vor Corona direkt unterschrieben.
Aber jetzt – so entspannt und beschleunigt entschleunigt –
muss ich darüber doch etwas länger nachdenken.

Hier eine interessante Botschaft, über die es sich nachzudenken lohnt
Dankeschön, liebe Schwessi, für diese inspirierende Internetseite:

BOTSCHAFT VON WHITE EAGLE, HOPI-INDIANER,
27.März 2020 (auszugsweise, leicht modifiziert)

„Dieser Moment, den die Menschheit gerade erlebt, kann als Pforte oder Loch betrachtet werden.
Die Entscheidung, ins Loch zu fallen oder durch die Pforte zu schreiten, liegt an Euch.
Wenn Ihr das Problem bedauert und rund um die Uhr Nachrichten konsumiert, mit negativer Energie, dauernd nervös, ängstlich mit Pessimismus, werdet Ihr in dieses Loch fallen.

Aber wenn Ihr die Gelegenheit ergreift, Euch selbst zu betrachten, Leben und Tod zu überdenken, für Euch und andere Sorge tragt, dann werdet Ihr durch das Portal gehen. Sorgt für Euer Zuhause, sorgt für Eure Körper. Verbindet Euch mit Eurer spirituellen Heimat.
Wenn Ihr Euch um Euch selbst kümmert, kümmert Ihr Euch gleichzeitig um alle anderen.

Unterschätzt nicht die spirituelle Dimension dieser Krise.

Nehmt die Perspektive eines Adlers ein, der von oben das Ganze sieht- mit erweitertem Blick.
Es liegt eine soziale Forderung in dieser Krise, aber genauso eine spirituelle. Beide gehen Hand in Hand.
Ohne die soziale Dimension fallen wir in Fanatismus. Aber ohne die spirituelle Dimension fallen wir in Pessimismus und Sinnlosigkeit.

Seid Ihr vorbereitet, um durch diese Krise zu gehen?
Nimm deinen Werkzeugkasten und verwende alle Werkzeuge, die Dir zu Verfügung stehen.
Lerne Widerstand am Vorbild indianischer und afrikanischer Völker: Wir wurden und werden noch immer unterdrückt. Aber wir haben nie aufgehört zu singen, zu tanzen, Feuer zu entzünden und Freude zu haben.

Fühle Dich nicht schuldig, Glück zu empfinden während dieser schwierigen Zeiten. Es hilft überhaupt nicht, traurig und energielos zu sein.
Es hilft, wenn jetzt gute Dinge aus Deinem Universum kommen.
IT IS THROUGH JOY THAT ONE RESISTS!
Durch Freude leistet man Widerstand!
Auch wenn der Sturm vorübergezogen ist, wird jeder einzelne von Euch sehr wichtig sein, um diese neue Welt wieder aufzubauen.
Ihr müsst stark und positiv sein.
Und dafür gibt es keinen anderen Weg, als eine schöne, freud- und lichtvolle Schwingung zu bewahren.
Das hat nichts mit Weltfremdheit zu tun.
Das ist es, was nun von Euch verlangt wird:
Erlaube dir, diese Zeit dafür zu nutzen, deine Rituale zum Suchen deiner Visionen auszuführen. Welche Welt möchtest du für dich erschaffen?
Das ist alles, was du momentan tun kannst: Gelassenheit im Sturm.
Bleib ruhig, besinne dich täglich.
Mach es dir zur Gewohnheit, das Heilige jeden Tag zu treffen.
Gute Dinge entstehen daraus …“

Eine Mischung aus beiden Welten wäre toll.
The new life after Corona

Manchmal fasse ich mich aber auch an den Kopf.
Und zweifle ein bisschen an der Notwendigkeit diverser Maßnahmen.
Vorhin liefen zufällig Nachrichten. Beim LieblingsIngo.
Da mussten doch wirklich 2 Menschlein 400 Euro Strafe zahlen, weil sie sich nicht an den 50 Meter KeinVerzehrAbstand gehalten haben. Beim Eis lecken?!
Gleichzeitig wurde aber berichtet, man darf innerhalb der 50 Meter lecken, wenn man nachweisen kann,
dass ohne Lecken Eis auf die Kleidung getropft wäre.
Häääh?! Geht es noch?!
DAS ist albern.

Allgemein will ich mir ja kein Urteil erlauben.
Schließlich bin ich kein Virologe.
Allerdings bin ich ein WIRologe.
Und ich mache mir Gedanken, wie lange WIR das noch durchhalten (können).

Denkt mal an die Familien. Kaum einer lächelt noch.
Beim Einkaufen sieht man sie schräg an, wenn Kids dabei sind.
In einigen Bundesländern dürfen Kinder nicht mit einkaufen. Was macht man denn da als Alleinerziehende/r?
Nichts mehr essen? Kind im Laufgitter einsperren? Draußen vorm Laden anbinden?

Ich glaube, wir Kinderlosen oder ehemaligen Vollzeitmütter können gar nicht richtig nachvollziehen, was es gerade bedeutet, Kinder im Haus halten zu müssen.

Da sitzen die kleinen Racker im Hochhausbalkonsandkasten und dürfen nicht mal mit Sand werfen … Wegen der Nachbarn. Auch nicht ihren Frust heraus schreien. Wegen der Nachbarn.

Die Vorschulkinder langweilen sich beim Puzzeln und hören den ganzen Tag:
„Sei kurz still, Mama hat gerade eine Telefonkonferenz“.
Dabei wissen die doch gar nicht, was das eigentlich ist. 😜
Bei den Kids kommt an:
👉 Mama hat keine Zeit.
👉 Mama bringt mich nicht in den Kindergarten 👉 Nicht auf den Spielplatz
👉 Leise soll ich auch noch sein.
👉 Mama ist blöd.
Wobei man Mama im Text natürlich wahlweise durch Papa, Oma, Frau Sowieso ersetzen werden kann.
Je nach Situation und Lebensweise.

Die Schulkinder stellen gerade ähnliches fest. Da verzweifeln sie an ihren Aufgaben und die Eltern kannste vergessen. Die wissen über nichts Bescheid.
Und Internet können sie auch nicht. Das kackt immer ab, wenn man heimlich youtubt.
Eltern lassen die Kids nicht zu Freunden. Nicht Fussball spielen.
Also sind sie schuld. Blöd. (Zitate eines Neunjährigen)

Bei den Teenies ist es schulisch ein bisschen entspannter. Die sind ja an schulstoffahnungslose Eltern gewöhnt.
Aber sich frisch verliebt ins Kontaktverbot begeben müssen, das war hart. Den pubertären Hormonstau nicht wegknutschen können, noch härter.
Dann nicht mal die Clique sehen können zum gemeinsam Jammern? Das geht wohl mal gar nicht!
Und ein Ende ist auch nicht abzusehen,
das haut auch den stärksten Teenie um. Der es dann wiederum an seinen Eltern auslässt.
Ist ja sonst keiner da.

Dem gegenüber stehen die gestressten Eltern,
die ihren Kindern sicher gerade etwas Schöneres wünschen, als dieses kollektive Eingesperrtsein.
Trotzdem müssen sie konsequent darauf achten, dass der fussballverrückte Zehnjährige nicht durch die Terassentür zu einem Freund entwischt
und der Fünfzehnjährige nicht doch heimlich im Gartenhäuschen die Angebetete knutscht. Oder andersherum.

Sie arbeiten nebenberuflich als LehrerIn, AdministratorIn, AnimateurIn und KöchIn.
Und genau so ist es auch gemeint:
Neben ihrem eigentlichen Beruf. Für den sie bezahlt werden.
Der mit dem nervenden Chef im Nacken.
Der ähnlich wie die Kinder plärrt: „Ich will aber sofort…! Du musst…!“
Da hat der Tag plötzlich gefühlte 48 Stunden.
Das zehrt an den Nerven und
fördert nicht unbedingt die Familienharmonie.
Ich verneige mich vor allen Eltern 👒.
Ihr seid meine Helden.
Ich weiß, dass nützt euch nichts. Wegen kontaktlos und so.
Aber ich denke an euch 💛
Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie das in den Familien aussieht, wo schon im Normalfall kaum Harmonie herrscht. 😔
Manchmal kann man aber auch ein bisschen helfen. Von weitem.
Wir haben heute wieder Balkonball gespielt. Maria und ich. Dann habe ich Marias Seifenblasen gefangen.
Wir Nachbarn meckern nicht.
Obwohl es manchmal ganz schön turbulent zugehen kann,
bei uns im Sonnenweg.
Maria streitet gern mal
mit ihrer großen Schwester.
Laut. Auf Griechisch.
Billy springt die Treppen hinunter. Mit Ball.
Hannes im Nachbargarten lässt die Autos sausen. Mit Motorgeräuschen, versteht sich.
Laut. Lebendig. Nervig.
Aber wir lächeln uns an.
Mit Abstand. Und ich darf aussuchen, welches Auto gewinnt.
Hoffentlich bleiben die Kids so sonnig im Sonnenweg 🌞