Oh, du Fröhliche

Oh, du Fröhliche

12. Dezember 2019 1 Von Winnie

*
Kerzengeflimmer,
Kindergewimmer,
Glühweingenuschel,
mit Fremden im Gedränge

kuscheln,
Panikshopping,
Weihnachtsmarkthopping…


Endlich ist’s wieder soweit,
es beginnt die Weihnachtszeit.


Frustgeschenke,
Mitleidsspende,
Päckchen packen,
Plätzchen backen,
Schokolade ziert die weißen Wände,
Zuckerguss an Küchenschränken


Endlich ist’s wieder soweit,
es beginnt die Weihnachtszeit.


Weihnachtsbaum kaufen,
Füße wund laufen,
auf der Weihnachtsfeier saufen,
pendeln im übervollen Bus,
der Zwiebel-Glühwein-Geruch

welch ein Genuss!
Wunschzettel malen,
Rechnungen zahlen…


Endlich ist’s wieder soweit,
es beginnt die Weihnachtszeit.


Dann ist er da, der Weihnachtstag,
auf den jeder gewartet hat:

Geschenke auspacken,
Nüsse knacken,
Familienessen,
immer schön die Gastgeber stressen,
streiten, heulen, maßlos prassen,
zur Versöhnung hoch die Tassen,
enttäuschte Augen,
weil die Geschenke nicht passen,
Augenblicke, die uns wissen lassen:

Hoch lebe die Besinnlichkeit
in der glücklichen Weihnachtszeit!

*

Bald ist Weihnachten und es geht wieder los.
Die einen drehen durch, düsen zu sämtlichen Weihnachtsmärkten,
suchen den schönsten und größten Weihnachtsbaum
(kleiner Tipp: Der steht im Wald, mit den Wurzeln fest im Boden verankert),
haben Rentierpullover an,
schmücken ihre Behausung mit blinkenden, goldigen Lichtern,
sammeln meterlange Wunschzettel ein und beginnen mit der Geschenkejagd durch die überfüllten Innenstädte.
Jeder Verein und jede Firma inszeniert eine Weihnachtsfeier,
zu der sie UNBEDINGT hin müssen
und kurz vor Heilig Abend wird der Kühlschrank bestückt,
als gäbe es nie wieder irgendwo jemals etwas zu Essen.
Lange Schlangen an der Kasse, unmutige Gesichter, schreiende Kinder!
Heilig Abend stehen sie kurz vorm Burnout
und haben nicht mal Augen für den kitschigsten Weihnachtsfilm.
Ja, Weihnachten ist das Fest der Liebe und Besinnlichkeit!
*

Und dann gibt es mich! Ich grinche mich durch den Dezember,
gehe Eislaufen, mümmele Bauernhandbrot, trinke heiße Schokolade
und jetzt haltet euch fest – immer auf dem gleichen Weihnachtsmarkt –
in meinem Dörfchen.

Weihnachtsmarkt in Günthersdorf

Ich kaufe ein 20 cm Bäumchen beim Schweden um die Ecke
und pflanze diesen im Frühjahr ins Rennschildkrötengehege

Mein Pappkalender (ebenfalls vom Schweden)
mit diesen unüberwindbar verschlossenen Türchen
hat schon am dritten Tag keine Schokolade mehr,
sichert mir aber mit seinen Gutscheinen meinen Winterbedarf an Kerzen
und bleibt deshalb als leere Hülle bis Heilig Abend stehen.

Ich bin bekennender Weihnachtsverächter. Einfach so und gern!

Jeden Tage schaue ich in die abgehetzten Gesichter
und die glühweinstumpfen Augen meiner Mitmenschen
und wundere mich.
Schließlich feiern wir nur einen Geburtstag.
Von einem Mann, den wir nicht mal persönlich kennen.
Und eigentlich weiß keiner genau, ob es ihn überhaupt gab.
Also warum dieser Stress?

Ich möchte mir am liebsten jedes Jahr vom 24. bis 28. Dezember diese versteckte Berghöhle mieten,
dort, wo das grüne Männchen wohnt:

Every who down in Who-ville liked Christmas a lot.
But the grinch
Winnie who lived just north of Who-ville did not!
The Grinch hated Christmas! The whole Christmas season!
Now, please don’t ask why. No one quite knows the reasons.


Mit ganz vielen Büchern, Schokolade und Ruhe…
Ohne Klingelingeling, BlingBling, WeihnachtsChristkindmann
und Lahast Kristmähäs, ei gähv ju mei hart– Gekreische…

Warum Weihnachten gefeiert wird, habe ich nie so richtig begriffen.
Ich bin in der DDR aufgewachsen und war
für Frieden und Sozialismus immer bereit.
Religion war nicht gern gesehen –
Konfirmation, Kommunion wurde nicht öffentlich gefeiert.
Meine Freundin aus der Grundschule ging jeden Sonntag in die Kirche.
Als ich mal mitgegangen bin, durften wir nicht einmal darüber reden.
Und dann zelebrieren wir tagelang den Geburtstag eines Mannes,
der übers Wasser gelaufen ist und dasselbige in Wein verwandelt hat?
Dem eine ganze Religion gewidmet wurde, oder mehrere?
Also war Weihnachten in der DDR doch auch wieder nur
eine einzige Heuchelei?!

An meine ersten Weihnachtsfeten kann ich mich nicht erinnern.
Aber ich sehe ja ganz glücklich aus auf meinem Schaukelpferd.
Wahrscheinlich war ich noch so lieb,
dass man mir nicht mit dem stalkenden Mann drohen musste,
der nichts Besseres zu tun hat, als Kinder durch Fenster zu beobachten!

Weihnachten 1972

Als ich ungefähr vier war, ging es los:
„Du musst brav sein, der Weihnachtsmann sieht das alles durchs Fenster.
Wenn du nicht lieb warst, bekommst du nichts.
Wenn…dann…sonst…“
Jetzt mal ehrlich, Erwachsene wundern sich,
dass Kinder Angst vor dem Weihnachtsmann haben?

Zu dieser Zeit entstand auch mein einziges Foto
mit einem dieser ominösen Weihnachtsmänner.
Nach einer so richtigen WINNIEWILLJETZTABER- Nummer
mit Geschrei und Geheule – bis ich meinen Willen bekam.
Ich konnte ganz gut Omas
*WasewerdenbloßdieLeutesagenAngst*
ausnutzen.
Es war nicht unbedingt brav, das wusste ich auch.
Aber es war mir egal, bis…
wir vorm Weihnachtsmann standen!
In meinem Köpfchen zogen die Worte:
‚Ich will nicht da vor, ich will nicht…ich will nicht…‘
in blinkender Endlosschleife durch die Windungen.

Weihnachtsmarkt Halle (Saale) 1976

Der Weihnachtsmannfinger zeigt auf mich und von hinten
erhielt ich einen Stups.
Mist! Ich stand wie erstarrt!
Das war’s mit Geschenken! Wahrscheinlich für den Rest meines Lebens!
Schließlich war meine WINNIEWILLJETZTABER- Aktion
alles andere als lieb.
Am liebsten hätte ich geheult, aber vielleicht wäre das
auch wieder nicht lieb gewesen. Wer weiß das schon?

In meiner Grundschulzeit sah ich alles ein bisschen gelassener.
Mittlerweile wusste ich: Es gab gar keinen Weihnachtsmann!
Und wer entscheidet, ob ich lieb war?
Genau, die Erwachsenen! Denen man es eh nie recht machen konnte!
Geschenke gab es trotzdem immer.
Wenn man nichts mehr glaubt, ist Weihnachten toll.
Also der heilige Abend…
mit meiner Mama, meinen Großeltern und der Uroma
war es für mich als Einzelkind 9 Jahre lang urgemütlich und ergiebig.
Da fand ich sogar meinen Stiefvater mal nicht doof.
Dieses klebrige WeihnachtsWärmeWohlfühlgefühl
verbinde ich mit Ofenfeuer, heißem Kakao und ganz vielen Büchern.
Alles wäre schön besinnlich
– im Bett mit dem Bunten Teller gemütlich schmökern –
wenn da nicht die Familie wäre!

Also die andere, stiefige Familie.
Die musste nämlich besucht werden an den Feiertagen.
Warum man gerade Weihnachten
(Fest der Liebe und Besinnlichkeit, ihr erinnert euch?)
zu Menschen fahren muss, die gar keinen Besuch möchten
– also jedenfalls nicht unseren – erschloss sich mir nicht!

Darüber wurde früh am Morgen noch gestritten.
Danach redete niemand mehr mit keinem
und irgendwann am Vormittag begrüßten wir
mürrische Großeltern, eine kritisch daherschauende Tante
und den stummen Onkel.
Die einzige, die sich wirklich aufrichtig freute, war meine kleine Cousine.
Vor dem Essen wurde gebetet. Auch so eine Sache, die ich nicht verstand.
Wieso dankt man jemandem, der gar nicht einkaufen war
oder gekocht hat?
Aber wenigstens hat das Essen lecker geschmeckt,
auch wenn die Stimmung absolut
nicht friedlich und keinesfalls besinnlich war!
Die restlichen Stunden verbrachten wir in der etwas düsteren Atmosphäre des *guten* Wohnzimmers und ich war froh,
wenn am nächsten Tag endlich alles vorbei war!
Ich glaube, da hat das grinchig sein angefangen bei mir.

Meine Versuch, eine Musik- Karierre zu starten, brachte mich dem Weihnachtsfest auch nicht unbedingt näher:

Ich war im Chor und Weihnachten war Hochkonjunktur
(ich habe da nicht etwa mitgemacht, weil ich so super singen konnte,
sondern weil es als *Lohn* Schokolade gab)
Ich durfte sogar in der ersten Reihe singen!
Kling Glöckchen Klingelingeling
Ich mochte dieses Lied sehr und schmetterte lauthals alle drei Strophen.
Die letzte Strophe allerdings alleine und ohne musikalische Begleitung:
Es folgte eine absolute Stille! Dann ging es los:
Woher ich diesen Text kannte…ob wir an Gott glauben zu Hause…
ob wir in die Kirche gehen?!
Ich verstand nur Bahnhof. Ich hab doch nur gesungen.
Was war denn bitte so schlimm am Herz öffnen, fromm und seelig sein?

Immer wenn ich mich ungerecht behandelt fühle,
kaue ich an meiner Unterlippe und sage nichts mehr.
Irgendwie sieht das aber aus, als lache ich vor mich hin
und deshalb wurde ich in die letzte Reihe verbannt.
Zur Strafe zum Nachdenken.
Als Kleinste war ich nun praktisch unsichtbar.
Nach dem Konzert zog ich beleidigt von dannen und
beendete meine aktive Gesangskarriere mit 8 Jahren ohne Aussicht auf ein Comeback .
Konsequenz hat einen Namen…

Als Teenie war ich der Obergrinch,
Weihnachten hatte für mich keinerlei Bedeutung.
Ich nahm emotionslos die Geschenke in Form von Geld
und verballerte es in der nächsten Disko.

1995 wurde ich Mama und Weihnachten wieder ein Thema,
mit dem man sich irgendwie auseinander setzen musste.
Das Freyerlein sollte schließlich nette Erinnerungen bekommen.
Das ganze Adventsgedöns, Plätzchen backen
Weihnachtsbaum, Weihnachtsmann, Geschenke…
dem Kind müssen ja Traditionen vermittelt werden.
Aber das Kind wollte nicht.

Die ersten Jahre brach das Freyerlein in hysterisches Gekreische aus,
sobald man den WeihnachtsChristkindMann überhaupte erwähnte.
Wehe dem, wir kamen irgendwie in seine Nähe:
„Kein Weimamam – da lang, geh!“
lautete die strikte Anweisung aus dem Kinderwagen.

Später zog er mich solange am Arm,
bis ich den geforderten Richtungswechsel vollzog.
Besinnliche Stadtbummel zur Adventszeit?
Für uns unmöglich!

Erklären konnte ich mir diese Abneigung nicht
und auch das Freyerlein schweigt sich bis heute aus.

Irgendwann hatte er sich aber
mit dem Mann im roten Mantel arrangiert.
Lag wohl am Kindergarten.
Da hat man schließlich einen Ruf zu verlieren…
Er entschied sich für totale Ignoranz der Adventszeit
und akzeptierte eigentlich nur Weihnachtsbaum und Geschenke.
Als ich vor mich hinträllerte:
„Morgen Kinder, wird’s was geben“
und ihn auf die zu erwartenden Geschenke hinwies,
wenn der Weihnachtsmann am nächsten Tag kommt,
schüttelte das Freyerlein nur mit dem Kopf
und nuschelte durch die Schokolade:
„Der kommt nich, der war ja jestern im Kinnerjarten!“
Gut, war das auch geklärt.

Ein Jahr später verlor das Freyerlein dann endgültig den Glauben,
also, den an den Weihnachtsmann.
Als ich anfing von Weihnachtsmann und Wunschzettel,
hatte er nur ein recht mitleidiges Lächeln für mich übrig:
„Mama, den Weihnachtsmann gibt es nicht!
Das sind nur nette Menschen,
die uns ein gutes Gefühl schenken wollen.
Die Geschenke kaufst du und du weißt , was ich mir wünsche.
Muss ich doch nicht extra aufmalen!“
War halt so ein kleiner Schlaupupser, das Freyerlein
und zu faul zum Malen obendrein!

Ab diesen Jahr führten wir die ErWIngo*WeihnachtsTraditionen ein.
Der LieblingsIngo war ja oft am Wochenende und Feiertagen arbeiten.
Deshalb haben wir Heilig Abend auch schon mal einen Tag vorverlegt
oder amerikanisch am 25.12. gefeiert.
Wenn der LieblingsIngo Nachtschicht hatte, sind das Freyerlein und ich 
in einem beliebten Kinderrestaurant brunchen gegangen.
Der Baum wurde geschmückt, wenn wir Lust dazu hatten.
Mal schon im November, mal erst an Silvester.
Mal mit schwarzen Kugeln, mal mit Papierschlangen.
Oder auch mal gar nicht.
Einmal sind wir nach Bayern gefahren
und haben dort den Weihnachtsmann besucht und festgestellt:
So ein Weihnachtsmann hat es ja auch nicht leicht!

*
Der Weihnachtsmann sitzt ganz allein,
mit einem Glas Rum im Kerzenschein.
Hat in diesem Jahr keine Lust, 
verliert sich in seinem Weihnachtsfrust,
feiert deshalb einfach krank,
der rote Mantel bleibt Heiligabend im Schrank!

Bevor er verschwindet,
will er der Welt nur schnell sagen,
welch‘ Sorgen und Ängste ihn gerade plagen:

„Könnt ihr euch nicht einmal
vertragen?
Das ganze Jahr, 
nicht nur an den Weihnachtstagen?
Könntet ihr das Bomben schmeißen lassen
und aufhören,
alles Fremde zu hassen?
Könnt ihr ein wenig bescheidener werden?
Vielleicht reicht es dann für alle Menschen auf Erden!

Könntet ihr auch mal an andere denken?
Und vielleicht mal dem Weihnachtsmann etwas schenken?
Unterteilt nicht alles in schwarz oder weiß, arm oder reich,
denn eigentlich seid ihr alle gleich!

Wie wär es mit etwas Achtsamkeit,
Religions-, Presse- und Meinungsfreiheit?
Wählt in der Politik doch mal clevere Leute,
die etwas verändern können, vielleicht gleich ab heute…

Macht die Welt doch endlich besser,
säubert Meere und Gewässer,
fahrt Fahrrad statt Auto,
nehmt nicht soviel Spray,
dann seid ihr vielleicht auf dem richtigen Weg!


Und bitte, ein Wort in eigener Sache,
glaubt endlich wieder daran:
An Wunder, Träume und mich,
den Weihnachtsmann! 
Lasst die Kinder wieder Kinder sein,
hört ihnen zu, redet ihnen nicht ständig rein,
dann können wir es vielleicht doch noch schaffen,
gemeinsam die Welt zu einer besseren zu machen.“

Bis es soweit ist,
(also mindestens die nächsten Jahre),
macht der Weihnachtsmann blau,
lässt sich färben die Haare,
versteckt sich,
liegt auf der faulen Haut
und kuriert im Süden seinen Burnout.
*

Achja – die Deutschen und ihre Traditionen…
Vor allem an Weihnachten werden diese hochgeschätzt.
Auch wenn sie keinen Sinn mehr machen
oder die Umwelt nicht unbedingt streicheln –
auf unsere Traditionen bestehen wir!

Deshalb haben wir als FamilieFreundesClique
unsere eigenen Rituale erschaffen, damit man uns in der Gesellschaft nicht ausgrenzt!
Aber so ein bisschen HeimlichAntiweihnachtlich:

Wir feierten Heilig Abend abwechselnd in der Runde.
So hatten die Kids (alles AlleinKindExemplare) jemanden zum Spielen.
Geschenke auspacken macht zusammen auch viel mehr Spaß.
Es gab lustige Kleinigkeiten, so richtige Quatschgeschenke,
aber mit Botschaft.
Statt Kartoffelsalat und Würstchen gab es Lasagne.
Die schmeckte allen.
Der kleine Lord wurde durch die Spielkonsole
mit SingStar und JustDance ersetzt.
Besinnlichkeit war das letzte, was wir wollten!
Dafür sollte es lieber laut und lustig sein!
Wir lachten, bis uns die Bäuche weh taten
und tanzten uns zum Muskelkater. 
So wurde Weihnachten ein Fest des fröhlichen Zusammenseins
– Es geht also doch!

Nun sind die Kids alt genug für eigene Traditionen
und auch wir erfinden neue Sachen, die vielleicht zu Ritualen werden.
Obwohl ich manch alte, vergessene Tradition doch gern wieder hätte.
Kennt ihr das Lied „So viel Heimlichkeit“?

Die Textzeilen
Meine Puppen sind verschwunden hab nicht mal den Bär gefunden…
Hansels Eisenbahn ist weg, steht nicht mehr am alten Fleck…
haben mich früher komplett verwirrt.

Der Weihnachtschristkindmann war also nicht nur ein Stalker,
sondern auch noch ein Dieb?
Aber wieso klaute dieser WeihnachtsBlödmann den Kids das Spielzeug?!

Ich suchte Rat bei meinem Welterklärer Opi Hans.
Der wusste toll zu erzählen:

Früher war man ja eher arm und es gab noch weniger als in der DDR.
Da wurden halt die kaputten Spielzeuge zu Weihnachten aufgehübscht:
Die Eisenbahn neu bemalt, die Puppen bestrickt
und der Teddy neu befüllt, damit er wieder kuschelig wird.


Das leuchtete mir ein. War ja echt nett vom Weihnachtschristkindmann.
Vielleicht war er doch kein Blödmann.
Warum machen wir das nicht einfach wieder?
Klima schonender und pädagogisch wertvoller geht es wohl nicht!
Ich glaube nämlich, unsere Kids wollen gar nicht so viel Kram.
Die wollen mehr von unserer Zeit und Aufmerksamkeit.

Die Schwessi hat neulich bei Facebook in die Runde gefragt,
welches unser schönstes Geschenk ist, dass wir je bekommen haben.
Ich musste sehr lange überlegen, weil ich die ganze Zeit
die materiellen Geschenke vor Augen hatte.
Aber eigentlich waren
meine schönsten und persönlichsten Geschenke bisher
Zeit, Liebe und Selbstgemachtes

Die Familie ohne Streit zusammen, solche Momente waren
in meiner Kindheit eher selten und deshalb hüte ich diese Augenblicke
in der Erinnerungsecke meines Herzens.

Der LieblingsIngo, der an Weihnachten seit 25 Jahren nur an mich denkt und sagt, dass er mich liebt –
mehr geht doch gar nicht.

Und das erste selbst gemalte Bild vom Freyerlein
hat bei mir die GlücksSalztröpfchen kullern lassen.
Das war mein bestes Geschenk überhaupt,
ich wusste ja, wie sehr er Malen und Basteln verabscheute.
Um so wertvoller sind die wenigen Bilder von ihm.

Aber auch solche immer belächelten Dinge, wie
Frieden * eine gesunde Erde * Liebe für alle
stehen bei mir ganz oben auf der Wunschliste.
Da möchte ich doch gern glauben, dass es ihn irgendwo gibt
– den Weihnachtschristkindmann –
und er das mit unserer Hilfe irgendwie hin bekommt!

In diesem Jahr hat der LieblingsIngo wieder Nachtschicht.
Das heißt also ChaosWinnie – allein zu Haus.
Zeit, mir endlich meinen allergrößten Kinderweihnachtstraum zu erfüllen:

Heilig Abend und die ganze heilige Nacht bleibe ich
in meinem Kuschelschlafanzug auf der Couch
mit einem bunten Teller voller Gemüsesticks und kalter Pizza
und lese, was mir vor die Augen kommt.

Ohne Klingeling, BlingBling, WeihnachtsChristkindmann
und Lahast Kristmähäs, ei gähv ju mei hart- Gekreische

Ich wünsche euch ein traumhaftes Weihnachtsfest
– ganz nach eurem Geschmack!
Lebt die Traditionen oder probiert Neues aus!
Sammelt ganz viele Karmapunkte und verstreut Sternenzauber und Liebe über die Menschen.
Haltet inne und denkt an all eure Lieben.

Genießt einfach das Leben!