Hamburg – Panikcity – Tag der Einheit  – und eine Nacht, in der man keinen Schlaf braucht!

Hamburg – Panikcity – Tag der Einheit – und eine Nacht, in der man keinen Schlaf braucht!

4. Oktober 2019 4 Von Winnie

Da bin ich mal eben für ein paar Stunden nach Hamburg gedüst.
Ja, ich weiß…versteht nicht jeder!
Aber jetzt mal ehrlich –
30 Jahre Mauerfall
29 Jahre Wiedervereinigung
die Lieblingssängerin on Stage

in der Lieblingslocation
der LieblingsIngo auf Nachtschicht

was hättet ihr gemacht?!
Und es gibt nichts zu bereuen.
So grandios habe ich die letzten 28 Einheits – Feiertage nicht verbracht:
*
Ich bin immer noch total geCLÄNGt
und schwesskaliere,
weil ich noch gar nicht so richtig kapiere
was da vorhin in der Panikcity passierte…

*
Vielleicht lag es an den schmackhaften Leckerellen,
an der Location, am Feiertag…
oder eben an der Wahnsinnsmusik
von Schwessi und CLÄNG
Jaja, ich steigere mich mit dem ersten Satz schon wieder voll rein,
aber ihr wart nicht dabei in der Panikcity,
ihr habt den Sternenstaub, die Leidenschaft
und die geflossenen RührungsSalzTröpfchen
gar nicht gespürt –
Das ging übers Auge und Ohr direkt ins Herz.

Verschwesterung zwischen Ost und West wie 1989 –
inmitten von bunten Karikaturen und Kunstwerken,
begossen mit dem besten Eierlikör –
und das an dem einzig richtigen Ort für so etwas –
der Leckerelle Bar in Udo Lindenbergs Panikcity auf der Reeperbahn!

Foto Sylvia Wolf

Ihr wisst ja, warum ich Schwessi und ihre Musik so mag:
Sie ist so fluffig (also die Musik)
wie ein Windbeutel mit Extra Sahne
und sie macht auch genauso glücklich!
Bei diesen Klängen schwebe ich in Sternenstaub gehüllt
in eine bunte, bessere Welt:
*
Gute Laune –
strahlen wie die Sommersonne
Wohlfühlgefühl –
wie Schokolade essen voller Wonne
Laut singen –
glücklich so tun, als ob man es kann
so fängt das SchwessiFeeling an
*

Bei den Tönen von CLÄNG
(ehemals 3viertelelf und Angelas Park)
fühlt sich alles ebenso leicht an,
man möchte sofort losziehen
und endlich das Leben genießen, ohne Wenn und Aber:
*
Leicht und laut
im Singular
fliegst du aus ihrer Wolke
bevor das Cabrio los rollte…
Sie will mit dir tanzen
und schaut dich an dabei.
Sie sagt, ihr könnt
einfach alles sein…
Nach Spontanität und Lachen
nach Spaß und Unsinn machen

nach Nachdenken und Tatendrang…
so hört er sich an, der CLÄNGklang
*

Übrigens: Die neuen Songs von Cläng sind super,
man kann sie ab 15.11.19 kaufen, streamen, hören, mitsingen
und dazu tanzen…

Schwessi und Cläng im Doppelkonzert knallen so richtig in die Seele:
Wir waren „ohne Drogen ganz high“ und „drehen uns die Welt bunt“

Als Angela von ihrem Papa erzählte und wie wichtig er ihr ist,
um dann mit Tränen in den Augen *Stiller Tanz* zu singen,
hatte ich einen Kloß im Hals…
Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich
dieses Vater – Tochter- Ding vermisst… 
Mit Papas hatte ich nicht so viel Glück,
aber es muss schön sein, einen zu haben!

Bei den schlafenden Vulkanen von Schwessi
schnellten die EmotionsAnzeigeFusseln
an meinen Armen und im Nacken wie immer
steil in die Höhe und die Salztröpfchen in meine Augen…
Das ist aber auch ein Wahnsinns- Song!!
Nicht umsonst trage ich seit letzter Woche ein
*SchwessiPeacezeichenZitat*
dieses Songs auf dem Arm. 

Bei manchen Liedern kommen Erinnerungen in den Kopf geknallt,
die man längst vergessen glaubte:

Zum Beispiel bei Wir sind das Volk
Da wird es schon ein bisschen feucht um die Augen
(dabei will ich doch eigentlich eine coole Socke sein 🙄)
Ich war kein Held damals,
ich war nur dabei in Leipzig,
mit mehr Angst in den Hosentaschen
als Fingernägel zum Abkauen an den Händen:
*
Bei diesem Lied
denk ich an Leipzig ’89 zurück
ich war fast 18 und empfand es als großes Glück
für etwas Gutes zu marschieren
und dabei lauthals zu skandieren
für unsere Träume und Wünsche
die uns miteinander verbanden
mit der Angst im Nacken
im Knast zu landen…

*
Ich kann es kaum fassen,
dass es schon 30 Jahre her ist,
als DIE Mauer plötzlich nur noch
– irgendeine Mauer – war
und das auch nicht mehr lange
Nun stehe ich hier in Hamburg,
an einem der schönsten Orte überhaupt
der Panik City
und lausche toller Musik:
*
Ein Donnerstag Abend so wie immer,
die Alten schauten SchwarzWeißSinnlosGeflimmer,
wir verschwanden heimlich im Abendlicht,
was der Abend bringen sollte, ahnten wir nicht!


Unterdessen in Berlin auf einer Pressekonferenz
Schabowski sitzt gelangweilt

(vielleicht vermisst er Egon Krenz)
und brabbelt leise vor sich hin:
„Alle dürfen jetzt reisen, nicht nur Rentner und Rentnerin!
Das haben wir so beschlossen!“
Auf die Frage: „Ab wann?“, nuschelt er verdrossen:
„Ich glaube, das gilt…äh…gleich…also…ab jetzt?!
Mit diesen Worten hat er uns alle in Aufruhr versetzt!


Wir tanzten und lachten, als plötzlich die DJ’S
die Musik ausmachten.
Ein kurzer Einspieler
von *WildWildWest*
bevor man jubelnd die Nachricht loslässt:
„In Berlin…die Grenze…sie ist auf!

Man kann in den Westen – sie lassen uns raus!“
Erst ist es ganz still, dann folgt Jubelgeschrei
binnen Minuten sind wir im Saal allein.

Erstmal hab ich losgeheult
dann hab ich mich ganz still gefreut.


Wie ein Virus machte diese Kunde
in Windeseile in der DDR die Runde
von Nord nach Süd – von Ost nach West
hat sich fast jeder in irgendein Fahrzeug gesetzt

und ist nach Berlin gewetzt.

Wir haben uns an den Grenzübergängen getroffen
wagten aber kaum zu hoffen,
doch nach ein bisschen Blablabla waren sie offen.
Wir sind Hand in Hand rübergemacht
und haben gleichzeitig geheult und gelacht …

Jubel, Trubel, Heiterkeit
was für eine geile Zeit,
die Wiedervereinigung war auch nicht mehr weit.
Gemeinsam haben wir ihn erklommen,
den antifaschistischen Schutzwall in Berlin.
Mit der Mauer in unseren Köpfen
kriegen wir das aber auch noch hin!
Wir alle zusammen sind doch die Generation
mit der friedlichen Revolution…
*

Irgendwie fühlt es sich immer noch unwirklich an –
wie ein Traum!
Das alles hätten wir nie erlebt, wenn wir nicht vor 30 Jahren
die Mauer eingerannt hätten. 
Aber es ist wunderbar,
ein Teil von etwas so Unfassbarem zu sein,
auch wenn es vielleicht nur für gestern abend war.

Denn im Alltag bin ich manchmal ein bisschen traurig. 
Wir haben so viel erreicht in den letzten 30 Jahren – manche mehr und manche weniger. 
Es kommt ja auf jeden selbst an, seine Träume zu verwirklichen… 
Aber wenn ich so zurückblicke
auf mein Erwachsenen Leben im EinigDeutschland, vermisse ich etwas. 


Nichts Materielles, keine Angst 🙄 ich jammere euch jetzt nix vor…
Ich vermisse dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit,
die Hilfsbereitschaft und Empathie von 1989…
Erinnert ihr euch?

Wir haben zusammen gelacht, geklatscht und dabei gleichzeitig geheult!
Wir haben uns an den Grenzübergängen getroffen,
dort habt ihr jubelnd auf unsere Autodächer getrommelt…
Wir haben zusammen die Mauer weggeklopft – zumindest die in Berlin…
Ihr habt uns Mut gemacht für einen Neuanfang
und kurz fühlten wir die Begeisterung
als Deutsche im vereinten Deutschland.

Wann genau haben wir uns wieder geteilt
– in Ossis und Wessis –
wann sind wir Konkurrenten geworden? 
Und wie lange wollen wir das noch bleiben?!

Wir schielen über die Mauer in unseren Köpfen,
um zu schauen, ob das Gras auf der anderen Seite grüner ist –
Das ist doch total blöd!
Wollen wir uns nicht lieber die grünste Wiese aussuchen
und darauf zusammen ein Picknick machen?

Freitags?
Mit unseren Kindern?
Gemeinsam auf die Straße gehen
und uns dafür einsetzen,
dass das Gras überall grün bleibt?

In Deutschland…
Überall auf der Welt…
Wie 1989?

Ich glaube an uns 💚

Ein ganz besonderes Dankeschön geht an Sylvia Wolf
– für’s Fotografieren und Nacht um die Ohren schlagen –
Du bist ein Schatz!